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Hilfsgüter Transport nach Donbass

IPA Hilfsgüter Transport in den Donbass - Juli 2022

Editor: Mag. (FH) Anna-Susanne Paar

Der Niederösterreicher Georg Jachan, IPA Mitglied und Gründer des Vereins für weltweite Nothilfe, leistet seit Jahren humanitäre Hilfe in Kriegs- und Krisengebieten. „Hilfe vor Ort ist oft besser und einfacher. Wenn wir vor Ort helfen, müssen viele Menschen nicht nach Europa kommen.“ antwortet Georg Jachan lächelnd auf die Frage nach seinem Tätigkeitsbereich.

Seit 2015 hat Jachan knapp 1.000 größere und kleinere Hilfsprojekte umgesetzt. „Von der Babyausstattung für die mittellose österreichische Mutter bis zur Verteilung von Carepaketen in Kriegsgebieten wie in Mosul, Irak war alles dabei.“ erzählt er.

Jachan und sein Verein leisten seit 2018 in der Ukraine humanitäre Hilfe. Er organisierte damals bereits Hilfsgütertransporte in die Ostukraine, unter anderem den Umbau eines Waisenhauses in Tarutyne, Oblast Odessa oder die Versorgung des Odessa Jewish Hospitals mit medizinischem Gerät.

Jachans Verein hatte zu Beginn schon ein großes Netzwerk, Kontakte zu Militär und Politik und vor allem Freunde und verlässliche Kontakte in der Zivilbevölkerung. Seit Beginn des Krieges hat der Verein für weltweite Nothilfe mit Unterstützung anderer Organisationen wie Feuerwehr, Caritas, Rotem Kreuz und vielen weiteren mehr bereits 21 40-Tonner mit sortierten Sachspenden, Lebensmitteln und medizinischer Versorgung in der Ukraine verteilen können. Mit Unterstützung der IPA, Caritas und Brantner Logistik konnte so zum Beispiel Katastrophennahrung wie etwa haltbare Lebensmittel, Babynahrung, Windeln und medizinisches Material in die schwer umkämpfte Region Donezk gebracht werden. Mit Hilfe des ukrainischen Militärs gelang es, Dörfer wie Antonivka, Katherinivka, Marjinka direkt an der Front, zum Teil unter Artilleriebeschuss, zu versorgen. Es gelang auch, unzählige Familien mit Kindern in die Westukraine zu evakuieren. Die meisten Menschen wollen jedoch keine Veränderung, da die Ukraine für sie Heimat ist und immer bleiben wird.

Auf die Frage, ob er Angst habe und warum er das alles auf sich nehmen würde, antwortet Jachan: „Wer im Krieg keine Angst hat, ist entweder dumm oder hat ein psychisches Problem. Große Hilfsorganisationen
können schon alleine aus versicherungstechnischen Gründen keine Mitarbeiter hierherschicken. Ich bin eigenverantwortlich und entscheide selbst. Man braucht vor allem gute und verlässliche Kontakte – Menschen, die ortskundig sind, Risiken einschätzen können und wissen, was vor Ort gebraucht wird. Ohne Kontakte zum Militär, an deren Anweisungen man sich zu halten hat, geht gar nichts.“

Momentan organisiert der Verein weitere Hilfsgütertransporte – sobald wieder genügend finanzielle Mittel generiert sind, geht es zurück in den Donbass. Georg Jachan bedankt sich an dieser Stelle recht herzlich bei der IPA Österreichische Sektion und allen Kolleginnen und Kollegen für die Unterstützung.

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Hilfsgüter Transport Donbass
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