Am 04.07.2005 war es so weit. Das Abenteuer Rumänien konnte beginnen.

Alles begann mit einer ca. 2-stündigen Autofahrt von Graz nach Wien. Als wir nach dem Check- In einen Kaffee tranken, waren wir erstaunlicherweise noch immer ganz ruhig. Das lag vielleicht daran, dass schon voriges Jahr in der Ukraine alles tadellos geklappt hatte. Der ca. 2-stündige Flug verlief reibungslos, und wir wurden am Flughafen in Bukarest herzlich begrüßt. Während wir auf ein paar weitere Mitglieder warteten, wurden wir von zwei Bodyguards, die in ihrem Auftreten und Aussehen ganz dem Klischee eines Hollywoodfilms entsprachen, bewacht und zu dem Auto geführt, mit dem wir zu unserer Unterkunft gebracht wurden. Kaum erwähnenswert, dass sie es sich nicht nehmen ließen unsere Koffer zu tragen.

Nach einer kurzen Autofahrt kamen wir in unserer Unterkunft, die wir noch zwei weitere Male besuchen sollten, an. Sie lag an einem Fluss und hatte einen großen Garten, der von Soldaten bewacht wurde. Jetzt lernten wir die ersten Teilnehmer kennen. Unter anderem mit den zwei Schweizerinnen die, aufgrund des zuerst fehlerhaften Programms, einen Tag vorher angekommen waren und einen Tag früher fahren mussten.

Am Abend gingen wir in ein Restaurant, wo wir das erste Mal die Bekanntschaft, nicht nur mit den übrigen Teilnehmern, sondern auch mit der traditionellen rumänischen Küche, machten.

Während wir unser Mahl verzehrten, bei dem wir nicht so genau wussten was es eigentlich war, und es auch gar nicht so genau wissen wollten, wurden wir mit traditionellen Tanz- und Musikeinlagen unterhalten.

Der zweite Tag verlief eher ruhig und entspannt. Wir besuchten nur ein Kloster und ein IPA Museum. Weiters wurden uns IPA- Mitglieder vorgestellt und am Abend konnte jeder der Lust dazu hatte, eine DVD auf dem Computer eines der Begleiter anschauen. Dabei wurde sofort klar wessen Muttersprache tatsächlich Englisch war.

Am Mittwoch besuchten wir eines der größten und höchsten Gebäude der ganzen Welt: das Parlament in Bukarest.

Es ist wirklich beeindruckend, und scheint irgendwie nicht in so ein doch ärmeres Land zu passen. Die Räume sind riesig und luxuriös und alle beim Bau verwendeten Materialien stammen aus Rumänien, vom Glas der zahlreichen Kronleuchter bis hin zu den verschiedenen Holzarten der Böden und Möbelstücke.

Zu Mittag gingen wir in ein Restaurant und bekamen wieder einmal rumänische Spezialitäten nur wussten wir dieses Mal was es war: unter anderem Hirn!

Wahrscheinlich wäre es strategisch klüger gewesen das erst nach dem Essen zu sagen, aber was soll`s?! Jetzt können wir wenigstens mit Recht behaupten schon einmal Hirn gekostet zu haben. Nach dieser interessanten Erfahrung besuchten wir ein eher uninteressantes Freiluftmuseum.

Dann hieß es: shoppen! Im Shoppingcenter angelangt wurden wir in 6er Gruppen eingeteilt und bekamen je einen Führer, der uns bei Geldproblemen helfen und einen Bodyguard, der uns vor sonstigen Schwierigkeiten bewahren sollte.

Die Situation war sicher sehr komisch anzusehen: Ein Geschäft voller in den verschiedensten Sprachen miteinander kommunizierenden einkaufswütiger Jugendlicher, die von ernsten Männern in Uniformen mit der Aufschrift „Private Security“ bewacht wurden.

Nach der anstrengenden Einkaufstour atmeten wir erleichtert auf, als wir in einer Pizzeria uns bekanntes Essen bekamen. Danach fuhren wir heim und mussten uns von unseren zwei vertrauten Bodyguards verabschieden da wir am nächsten Tag das Quartier zu wechseln hatten.

Am darauf folgenden Tag fuhren wir gleich nach dem Frühstück zu unserem nächsten Quartier. Nach ca. einer Stunde Fahrzeit blieben wir auf einmal stehen da unser Bus defekt war. Dieses Problem wurde aber in einer einstündigen Reparatur behoben, und wir konnten gemütlich weiterfahren. Als wir in Brasov ankamen, gingen wir sofort essen und dann erfuhren wir, dass die Mädchen und Buben getrennte Hotels hatten.

Nachdem wir unsere Koffer ins Zimmer geschleppt hatten, ging es gleich wieder hinaus und wir machten einen kleinen Spaziergang. Dann hatten wir Freizeit, und da alle sehr müde von der Busfahrt waren, gingen die meisten schlafen. Um ca. 19:00 Uhr gab es Abendessen und dann ab in einen kleinen Club, wo wir fast die einzigen Besucher waren.

Am Freitag besichtigten wir ein Schloss. Um die Böden zu schonen mussten wir Schlappen über unsere Schuhe ziehen. Danach fuhren wir eine Weile mit dem Bus und gingen dann in einem Gasthaus, das mit den verschiedensten Tierfellen dekoriert war, essen.

Dann mussten wir uns in drei Gruppen aufteilen, die schon an den ersten Tagen in Rumänien nach den Stichworten Nature, History und social eingeteilt worden waren. Wozu diese gut waren, wusste allerdings niemand so genau. Nichtsdestotrotz versammelten wir uns, um über das jeweilige Thema zu reden, was jedoch nicht so ernst genommen wurde.

Als wir so in unseren Gruppen im Gras saßen, hatten wir eines der wenigen Male Kontakt mit der armen Seite Rumäniens, die uns, wie ich finde, so gut es ging vorenthalten wurde.

Und zwar in Form einer alten Frau, die uns in schmutzigen Kleidern und einem flehenden Blick um den Kauf von eine paar unbeholfen zu einem Strauß gebundenen Blumen bat.

An diesem Tag machte sich auch schon bei ein paar Teilnehmern mit empfindlicheren Mägen das ungewohnte Essen bemerkbar. So wurde zum Beispiel die Dänin kurz in ein Krankenhaus gebracht, das sie allerdings bald wieder gesund verlassen konnte.

Am Abend wartete eine Überraschung auf uns. Wir gingen in ein Gasthaus wo wir uns ums Lagerfeuer versammelten und den Abend gemütlich tratschend ausklingen ließen. Übrigens: das Essen war hervorragend: flambiertes Hendl und Topfen- bzw. Apfelstrudel.

Am nächsten Tag hieß es ab nach Transsilvanien.

Nach einer langen Busfahrt besuchten wir das Bran Castle. Zuerst erklärte uns der Führer, dass es zu diesem Schloss drei Geschichten - unter anderem die des Grafen Dracula - gäbe und fragte uns mit welcher er beginnen solle. Wir wählten die Geschichte mit der Königin als erstes aus und warteten gespannt auf die des Dracula. Aber vergebens. Diese wurde uns nicht verraten, es sei denn, dass es außer dem Tisch auf dem er starb, und der seither verflucht ist, und dem im Buch beschriebenen Gang nichts erwähnenswertes über ihn zu berichten.

Nach der Besichtigung des Schlosses hatten wir 2 Stunden Zeit um unsere Souvenireinkäufe zu erledigen und das Gruselkabinett zu besuchen. Bei Letzterem jagte mir die Person, die plötzlich durch den Vorhang kam, um mich weiterzuführen, am meisten Schrecken ein, obwohl der Rest keineswegs ungruselig war.

Dann ging es ab in den Bus und wir fuhren ca. 1 Stunde, bis wir plötzlich bei einer saftig grünen Wiese, die neben einem kleinen Fluss lag, aussteigen mussten, da wir eine Überraschung bekommen sollten. Niemand wusste, was wir hier tun würden aber das war ja nicht das erste Mal. Nach einer langen Wartezeit kam endlich unsere heiß ersehnte Überraschung- 7 Pferdekutschen mit denen wir zu unserem Mittagessen auf den Berg geführt wurden.

Die Kutscher und ihre Tiere entsprachen genau dem, wie man sie sich mitten auf dem rumänischen Land vorstellen würde.

In schmutzige Kleidung gehüllt und mit einem Gebiss, das einem Zahnarzt Schmerzen bereiten würde, aber immer mit einem herzlichen Gesichtsausdruck und auf - mangels Englischkenntnisse - unverstandene Fragen mit einem herzhaften Grinsen antwortend.

Nach dem Essen, in einem vergleichsweise noblen Gasthaus, in dem wir Pizza bekamen, wobei man das bei uns nicht so bezeichnen würde, aber das ist eine andere Geschichte... gingen wir nach Bran einkaufen, wofür wir ca. 2 Stunden Zeit hatten. Müde von dem anstrengenden Tag aßen wir mit Musikuntermalung im Hotel zu Abend und fielen dann müde ins Bett.

Der Sonntag bestand hauptsächlich aus einer langen Busfahrt, die uns nach einigen Stunden in ein Motel in der Nähe von Sibiu brachte. Nicht gerade unsere schönste Unterkunft und ganz der typischen Vorstellung von einem Motel entsprechend.

Am Montag in der Früh kamen die 2 Israelis (Merav und Shani) um nur ca. 10 Minuten zu spät zum Treffpunkt. Das war das erste und einzige Mal dass so etwas vorkam, aber es zog den ganzen Ärger von Herrn Derscanu auf uns. Es hatte zur Folge, dass wir schon um 22.00 Uhr ins Bett gehen mussten- soweit die Theorie, die sich in der Praxis allerdings- wie so oft- nicht bestätigte.

Danach fuhren wir mit dem Bus in die Stadt Sibiu - auch Hermannstadt genannt - um einzukaufen. Wir wurden in unsere „beliebten“ drei Gruppen (Geschichte, Natur und Sozial) eingeteilt und mit je einem Bodyguard und einem Begleiter ausgestattet.

Am späteren Vormittag wurde uns etwas Besonderes geboten: Eine Polizeihundevorstellung. Diese war sehr beeindruckend, da man sah, mit welcher Freude die Tiere bei der Sache waren.

Zu Mittag gingen wir in ein Freilichtmuseum wo wir auch etwas zu essen bekamen. Dann fuhren wir wieder einmal mit dem Bus. Diesmal zu einer Art Ikonenmuseum. Das war nicht sehr aufregend....

Die Zeit vom späten Nachmittag bis zum Abend verbrachten wir in einem wunderschönen Garten, der mitten in einer hügeligen Landschaft lag, und bei dem nie ganz klar wurde, ob es sich um ein Gasthaus oder ein Privathaus handelte. Auf jeden Fall wurde der Rest des Tages noch sehr unterhaltsam und wir haben viel gelacht und gut gegessen. Am nächsten Tag mussten wir gleich nach dem Frühstück unsere Sachen zusammenpacken.

Nach einer langen Busfahrt besuchten wir zuerst ein Evolutionsmuseum und danach nahmen wir unser Mittagessen in einem Club ein, eine seltsame aber interessante Umgebung für Pizza.

Am Nachmittag bekamen wir von Polizisten eine Kampfvorstellung zu sehen. Sowohl mit Waffen als auch nur mit Fäusten zeigten sie uns diverse Kampftechniken. Auch Hunde waren involviert.

Im Anschluss konnten wir uns die verschiedensten Waffen, von Bomben und Handgranaten bis hin zu Pistolen und Maschinengewehren, aber auch Schutzkleidung von der Nähe ansehen und auch selbst in die Hand nehmen. Beeindruckt ließen wir sie uns auch erklären.

Danach fuhren wir wieder zurück nach Bukarest in das Quartier, das wir schon einmal belegt hatten. Dort blieben wir allerdings nur eine Nacht, denn am nächsten Tag ging es ab nach Constanza.

Auf unserer langen Reise dorthin wurden wir am Rande Zeugen der Überschwemmungen. Teile der Strasse waren vom dreckigen Wasser weggerissen worden, und der Weg, den wir ursprünglich fahren wollten, war unpassierbar, da eine ganze Brücke wegegerissen worden war.

In der Küstenstadt angekommen trauten wir unseren Augen nicht, als wir mit unseren Koffern direkt auf ein 3-Stern-Hotel zusteuerten.

Nach dem Mittagessen ging es in eine Art Vergnügungspark, wo wir Billard spielen oder Bowlen konnten. Das Abendessen nahmen wir in einer nicht weit entfernten Pizzeria ein. Nach Hause gingen wir in unseren Gruppen und so hatten nur ein paar den Genuss am Strand zu spazieren.

Am Donnerstag fing der Tag mit einem herrlichen Frühstücksbuffet an. Danach besuchten wir eine Ausgrabungsstätte.

Eigentlich sollten wir daraufhin noch ein Museum besichtigen, aber während der Busfahrt konnte Vlad seinen Vater (den Hauptverantwortlichen) davon überzeugen, dass es niemand mehr sehen wolle. So verbrachten wir 2 Stunden umsonst im Bus und gingen dann in einer Pizzeria essen.

Dann fuhren wir mit einer Gondel die über der Küste verlief, in das Aqualand, das mit spannenden Rutschen ausgestattet ist. Dort verbrachten wir ca. 2 aufregende Stunden (es sperrt nämlich leider schon um 19.00 Uhr zu).

Beim Abendessen verkündete uns Herr Derscanu, dass wir heute in die Disco gehen würden. Wahrscheinlich auch ein bisschen als Entschädigung für sein übertriebenes Verhalten nach dem Zu-Spät-Kommen der Israelis. Überhaupt änderte sich sein Benehmen am Schluss ein wenig und er war nicht mehr so streng, angespannt und gestresst wie am Anfang.

In der Disco hatten alle viel Spaß, obwohl es fast nur unsere Gruppe war.

Da am Tag eine Bootsfahrt im Donaudelta auf dem Programm stand, frühstückten wir bereits um 7:00 Uhr. Dann mussten wir erst eine halbe Stunde warten, da das Boot Verspätung hatte. Endlich an Bord verbrachten wir eine schöne Zeit miteinander. Wir saßen zusammen, tratschten, machten Gruppenfotos und bekamen reichlich zu Essen. Während unserer Fahrt sahen wir was das Unwetter angerichtet hatte. Entwurzelte Bäume trieben im aufgewühlten Wasser. Die Ufer waren teilweise weggerissen und auch sonst schwamm allerlei Treibgut in der Donau.

Am Nachmittag stand wieder einmal „Shopping“ am Plan. Danach aßen wir wieder in einer Pizzeria zu Abend, und obwohl das Essen in letzter Zeit hauptsächlich aus Pizza und Pasta bestand, war uns das lieber als abwechslungsreiche, dafür aber traditionelle Kost.

Am Samstag war relaxen angesagt. Wir fuhren gleich nach dem Frühstück zu einem wunderschönen Strand und ließen uns die Sonne auf den Körper scheinen. Zu Mittag aßen wir auf der sonnigen Hotelterrasse. Am Nachmittag wollten alle wieder an den Strand, doch leider regnete es und wir gingen einkaufen.

Im Hotel versammelten wir uns um darüber zu diskutieren, ob wir in einen Club gehen sollten oder nicht. Es war nämlich so, dass es einigen nicht sehr gut ging. Wir entschieden uns dann dafür.

Am Abend fuhren wir lange mit dem Bus, um dann in einem Restaurant zu Abend zu essen. Eigentlich hatten wir vor in einen Club zu gehen aber da die Bedienung so langsam war, und die meisten erst um 23:00Uhr das Essen bekamen, konnten wir nicht mehr.

Am Sonntag hieß es dann „Auf Wiedersehen Schweiz“. Wir standen also schon um 7:00 Uhr auf um uns zu verabschieden.

Nach dem Frühstück teilten wir uns in zwei Gruppen. Eine Gruppe ging an den Strand und die andere einkaufen. Nach dem Mittagessen packten wir unsere Koffer und fuhren wieder nach Bukarest.

Am Abend kleideten sich alle in feine Gewänder, da uns gesagt wurde einen Ball zu besuchen. Dem war aber nicht so. Wir fuhren in eine Polizeiakademie, die uns zunächst gezeigt wurde. Dann hatten wir die Gelegenheit das Internet zu benutzen, das sehr viel Zeit in Anspruch nahm. Nun war das Buffet eröffnet und wir schlugen uns die Bäuche voll.

Was dann kam, glich eher einer Disco als einem Ball. Und so verbrachten die Meisten die Zeit im Freien. Zum Abschluss feierten wir noch Lines Geburtstag und fuhren dann zu unserem Quartier zurück.

In dieser unterhaltsamen Nacht schliefen wir eher wenig, und um 7:00 Uhr hieß es auch für uns Abschied nehmen. Wir wollen uns noch bei allen, die uns das ermöglicht haben, für zwei wunderbare Wochen bedanken!

Barbara und Lisa Puchinger