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Am 8. Juli 2006 starteten wir, Michael und ich,  gemeinsam unsere Reise „ans andere Ende der Welt“, um am International Youth Gathering 2006, welches heuer in Neuseeland abgehalten wurde, teilzunehmen. Die Autofahrt zum Flughafen Wien Schwechat verlief wie auch der Check-in ohne Zwischenfälle, aber dennoch spürten wir eine gewisse Aufregung, auf Grund des langen Fluges, welcher uns bevorstand. Mit einem Gefühl von Unbehagen verabschiedeten wir uns schließlich von unseren etwas besorgten Eltern, um das Flugzeug zu besteigen und unsere langwierige Reise zu unserem Zielort zu beginnen. Nach etwa zwanzigstündiger Reise erreichten wir den Flughafen Sydney, wo wir bereits auf einige Teilnehmer des IYG aus Italien, San Marino und Dänemark trafen. Gemeinsam bestiegen wir nach einer kurzen Unterredung das Flugzeug, welches uns nach Neuseeland bringen sollte. Nach einem weiteren etwa dreistündigen Flug erreichten wir schließlich erleichtert aber dennoch müde und erschöpft unseren Zielflughafen Christchurch. Schließlich wurden wir nach einer komplizierten Einreise, auf Grund der strengen Bestimmungen Neuseelands, von einem Mitglied der IPA abgeholt und verbrachten bei ihm zu Hause unsere erste Nacht in diesem Land, da es dort bereits Mitternacht war.

Am Morgen erwachten wir relativ ausgeruht und begaben uns zur Polizeizentrale in Christchurch, um die weiteren 40 Mitglieder des IYG anzutreffen. Dort wurden wir alle freundlich begrüßt und uns das Organisationsteam vorgestellt. Danach begaben wir uns zum Rathaus der Stadt, wo einige Vertreter von Christchurch, der IPA und sogar der Neuseeländischen Regierung uns durch einige Reden ihre Freude über das IYG übermittelten, wobei wir erfuhren welche Nationen an diesem Treffen teilnahmen. Am Nachmittag suchten wir schließlich ein Museum in Christchurch auf, welches sich mit der Kultur der Maori und der Geschichte der ersten Siedler in Neuseeland beschäftigt, um uns einige wichtige Komponenten dieses Landes zu vermitteln. Danach fuhren wir alle gemeinsam in das Militärcamp von Burnham, welche unsere Unterkunft für die nächsten drei Tage sein sollte. Dort wurden wir alle durch ein spezielles Maori-Ritual begrüßt, das zahlreichen Jugendlichen seltsam erschien und sie zum schmunzeln brachte.  Nachdem alle ihre Zimmer bezogen hatten, verbrachten wir einen gemeinsamen Abend mit unseren Betreuern im Gemeinschaftsraum, wobei sich jeder selbst vorstellen musste, damit wir uns besser kennen lernten.

Am Morgen mussten wir uns zur Überraschung aller in zwei Reihen aufstellen und wir marschierten durch die Kommandos eines Militärmitgliedes geführt, zum Frühstück. Danach wurden uns Anzüge und Regenjacken ausgehändigt und uns geraten Kleidung zu tragen, welche nicht schmutzempfindlich ist, da wir uns zum Übungsgelände der Armee begaben, um dort einen ziemlich gefährlich und anspruchsvoll wirkenden Trainingskurs auszuführen. Dabei wurden alle ziemlich schmutzig und vor allem nass, was sich bei den doch niedrigeren Temperaturen als nicht besonders angenehm erwies. Nach einer heißen Dusche und dem Wechseln der Kleidung wirkten alle jedoch wieder zufrieden und wir konnten in ein Maori Reservat aufbrechen, wo wir an einer Führung teilnahmen und zahlreiche in Neuseeland einheimische Lebewesen erblickten. Sogar den flugunfähigen und bereits vom Aussterben bedrohten Kiwi, welcher als Wahrzeichen Neuseelands gilt, sahen wir dort. Nach der Rückkehr wirkten alle bereits erschöpft, weil vor allem die europäischen Teilnehmer die Zeitumstellung noch nicht verarbeitet hatten. Dennoch wurde uns von einem Maori ein für ihre Kultur äußerst wichtiges Gestein präsentiert, welches von ihnen Pounamu genannt wird und in der westlichen Welt als Jade bekannt ist. Schließlich wurde uns noch ein Film, der sich ebenfalls mit den Maori beschäftigt, vorgeführt.

Am darauf folgenden Tag erkundeten wir die Umgebung von Christchurch und erfuhren interessante Einzelheiten dieser Stadt. Schließlich begaben wir uns zu einem Kletterzentrum, wo alle begeistert die verschiedenen Klettervorrichtungen ausprobierten. Den Nachmittag verbrachten wir in einem Erlebnisschwimmbad, wo einige die angenehme Wärme der Sauna und des Dampfbades genossen. Andere wiederum wagten einen Sprung von einem der Türme oder probierten die verschiedenen Wasserrutschen aus. Beim Abendessen zeichnete sich bei beinahe jedem die Müdigkeit im Gesicht, da sich der vergangene Tag als äußerst anstrengend aber dennoch spannend erwiesen hat.

Am vierten Tag brachen wir zu unserem nächsten Quartier für die nächsten drei Tage auf. Dazu fuhren wir mit dem Transalpin-Express durch die wundervolle Landschaft der Neuseeländischen Alpen und stiegen bei einer Bahnstation mitten im Gebirge aus, um dort eine Wanderung zu tätigen und dabei die eindrucksvolle Bergwelt zu genießen. Allerdings wurde aus unseren Plänen ein eher kurzer Spaziergang, weil sich das Wetter als unpassend erwies und es sogar zu schneien begann. So suchten wir ein Museum auf. Nach diesem Besuch fuhren wir mit dem Bus zu unserem neuen Quartier, welches sich an der Westküste Neuseelands befand. Dort besuchte uns am Abend eine Mitarbeiterin des Nationalparks der Umgebung, welcher für seine außergewöhnlichen Naturschauspiele berühmt ist, um uns seine Besonderheiten zu erläutern.

Am nächsten Morgen unternahmen wir eine zweistündige Wanderung durch den Regenwald Neuseelands, wobei wir einiges über die Tier- und Pflanzenwelt erfuhren. Ein beeindruckendes Bild und eine wundervolle Seite der Natur präsentierte sich uns dabei. Weiters besichtigten wir die berühmten Pancake Rocks, die tatsächlich dem Aussehen von Pfannkuchen ähneln und daher diesen Namen tragen.

Nach einem gemeinsam eingenommenen Mittagessen in unserem Quartier, führten wir die Sportart Kajakfahren entlang des Brackwasserflusses, der durch den Regenwald führt aus, um weitere einzigartige Naturschauspiele zu bewundern. Trotz der niedrigen Temperaturen des Wassers genossen sämtliche Teilnehmer diese Aktivität, da sich die Möglichkeit geboten hat, die Umgebung von einem anderen Blickwinkel aus zu betrachten. Ebenfalls wurde die Erfahrung gesammelt, dass sich die Umwelt Neuseelands besonders facettenreich präsentiert. Nach dem Abendessen wurde den Teilnehmern des IYG schließlich die Aufgabe übertragen, das Heimatland zu präsentieren, welche alle mit Bravour meisterten. Daraus entwickelte sich ein äußerst informativer und vor allem amüsanter Abend, welcher ebenfalls zur Kommunikation und zum näheren Kennenlernen beigetragen hat.

Am Samstag besuchten wir nach einer längeren Busfahrt die Touristenattraktion „Shanty Town“, welche getreu nach einer Stadt aus der Zeit des Goldrausches an der Westküste Neuseelands gestaltet wurde. Die zuständige Touristenbetreuerin berichtete uns einige interessante Details über die Geschichte dieses Gebietes und der künstlich errichteten Stadt. Schließlich wurden wir in acht Gruppen aufgeteilt, um die uns zugewiesenen Aufgaben, die sich auf das Thema Goldrausch bezogen haben, im Areal der Stadt zu lösen. Diese Aktivitäten gewährten einen Einblick in das praktische Leben dieser Zeit und bereiteten einigen Teilnehmern großes Vergnügen.

Als bereits die Dämmerung hereingebrochen war, brachen wir nach dem Abendessen zu einer Höhlenwanderung auf, wo wir in der Dunkelheit zahlreiche Glühwürmchen erblickten. Beim Rückweg ins Quartier bewunderten wir den eindrucksvollen Sternenhimmel, den man nur in der südlichen Hemisphäre vorfindet.

Am nächsten Morgen verließen wir unsere Unterkunft in Punakaiki, um nach Hamner Springs zu reisen, wo wir die nächsten Tage verbringen sollten. Bei der langwierigen und anstrengenden Busfahrt dorthin, stoppten wir plötzlich bei einer Stelle am Meer, weil wir dort eine Seehundkolonie beobachteten. Da wir ebenfalls eine atemberaubende Aussicht auf die umliegende Landschaft und die Weite des Ozeans vorfanden, hielten wir uns dort länger auf, um Fotos zu machen. Schließlich fuhren wir weiter zu einem kleinen Städtchen mit dem Namen Reefton, wo wir bei der Feuerwehrstation unser Mittagessen einnahmen, das örtliche Museum besuchten und einen Stadtrundgang tätigten. Nach einem Nachmittagslunch mit Tee, setzten wir unsere Fahrt zu unserem Zielort fort und durchquerten dabei eine wundervolle Landschaft. Dennoch bevorzugten einige Mitreisende zu schlafen, da sich die zahlreichen Aktivitäten als äußerst anstrengend und kräfteraubend erwiesen haben. Als wir in unserem neuen Quartier angekommen waren und alle ihre Zimmer bezogen hatten, stellten wir fest, dass zu wenige Schlafplätze vorhanden sind. So mussten drei unserer Betreuer auf den ausziehbaren Sofas im Gemeinschaftraum schlafen. Am Abend begaben wir uns zu einer nahe gelegenen Therme, wo die heißen Quellen auf Grund von unterirdischen vulkanischen Aktivitäten entstanden sind. Sichtlich genoss jeder die erholsame Entspannung im Bad.

Am ersten Tag der neuen Woche brachen wir erst um 9 Uhr zu unserer Tagestätigkeit auf. Wir unternahmen eine Fahrt mit dem Mountainbike durch die Wälder von Hamner Springs. Auf Grund der zahlreichen anspruchsvollen Streckenabschnitte und der am Vortag ungünstigen Witterung, gelang es niemanden dabei völlig sauber zu bleiben. Am Nachmittag führten wir schließlich in Dreiergruppen einen Orientierungslauf durch. Danach nahmen einige Teilnehmer die Gelegenheit wahr, Bunjy Jumping auszuprobieren und sie wirkten sichtlich begeistert. Danach wurde uns die Möglichkeit geboten in der Stadt einzukaufen, um einige Souvenirs zu erstehen. Am Abend suchten wir wegen der allgemeinen Begeisterung erneut das Thermalbad auf.

Am nächsten Morgen führten wir die Abenteuersportart Jet boating aus, welche in Neuseeland erfunden wurde. Mit einer besonders hohen Geschwindigkeit rasten wir dabei mit einem Jetboot einen Fluss entlang, wovon alle begeistert waren. Nach dieser abenteuerlichen Fahrt sollten wir schließlich im Skiort der Region diesen Wintersport ausüben. Die Anreise nahm allerdings auf Grund der abgelegenen Lage einige Zeit in Anspruch.  Bei unserem Zielort angekommen, fanden wir nicht die Bedingungen und die Infrastruktur vor die wir vielleicht auf Grund der ausgezeichneten österreichischen Verhältnisse gewohnt sind. Dennoch genossen einige Jugendliche die zum Teil erste Fahrt mit Ski oder mit einem Snowboard. Allerdings verletzte sich eine Teilnehmerin aus Belgien und so wurde sie sofort ins Krankenhaus gebracht, wo später festgestellt wurde, dass sie sich eine Kniescheibe gebrochen hat und eine Operation notwendig sei.

Bereits um 6.30 Uhr nahmen wir am Mittwoch das Frühstück zu uns, da wir unsere Unterkunft verließen und ins Burnham Militärcamp zurückkehrten. Ursprünglich war geplant eine Walstation zu besuchen und später mit dem Boot auf das offene Meer zu fahren, um Delfine zu beobachten. Allerdings erlaubte das regnerische Wetter diese Tätigkeit nicht. Auf Grund der nun freien Zeit, beschlossen wir den Nachmittag im Einkaufzentrum zu verbringen.

Am darauf folgenden Tag besuchten wir das Antarktis-Zentrum in Christchurch, wo wir einige interessante und informative Details über diesen Kontinent erfuhren. Danach suchten wir das Sportzentrum, wo wir Eis liefen. Bei der Rückkehr ins Militärcamp wurde uns gesagt, dass wir uns nun elegant kleiden sollen, da wir ein vornehmes Abendessen mit einigen Organisations- und IPA-Mitgliedern einnahmen. Etwas später präsentierten die Mädchen einen Überraschungstanz und die Jungen ein Maori-Ritual zur Begeisterung aller Anwesenden. Danach bedankte sich der Hauptorganisator, Brett LEASK, bei den Helfern und jedem Teilnehmer wurde eine Urkunde überreicht. Schließlich verkündete er, dass von den Betreuern je ein männliches und weibliches Mitglied des IYG auf Grund ihres vorbildlichen Verhaltens gewählt und durch eine besondere Münze ausgezeichnet wurden. Angenehm klang der Abend schließlich durch Musik und gemütliches Beisammensein aus.

Auf Grund der Müdigkeit, die alle am nächsten Morgen verspürten, brachen wir erst am späten Vormittag zum Bowling auf. Da es wieder einmal regnete, mussten wir bei unserem Nachmittagsprogramm unseres letzten gemeinsamen Tages etwas umorganisieren und so besuchten wir das Kino. Das Abendessen nahmen wir in einem vornehmen Hotel ein und danach besuchten wir das belgische Mädchen, welches sich beim Skifahren verletzt hatte, im Krankenhaus.

Am nächsten Morgen, nach einem letzten gemeinsamen Frühstück, bestiegen alle den Bus zum Flughafen, wo wir vom Großteil der Gruppe mit einem Gefühl der Traurigkeit Abschied nahmen. Michael und ich verbrachten den letzten Tag bei derselben Gastfamilie, von der wir bei unserer Ankunft vom Flughafen abgeholt wurden, da unser Flug nach Sydney erst am nächsten Tag ging. Unsere außerordentlich nette Gastmutter besuchte mit uns den Strand von Christchurch, wodurch wir schweren Herzens in Ruhe von Neuseeland Abschied nehmen konnten.

Am darauf folgenden Tag, kamen Michael und ich nach unserem Flug schließlich in Sydney an und wurden von unserer Gastfamilie und dem IPA-Präsidenten von New South Wales in Australien abgeholt, weil uns die Sektion der IPA Australiens ermöglicht hat, einige Zeit in diesem wundervollen Land zu verbringen. Bei diesem Aufenthalt sahen wir zahlreiche australische Tiere und besuchten die außergewöhnlichen Strände des Landes sowie die Millionenstadt Sydney. Unser Gastvater organisierte sogar eine Fahrt mit einem Polizeiboot entlang der Küste, wobei wir Pinguine beobachten konnten. Nach fünf Tagen in diesem eindrucksvollen Erdteil hieß es dann schließlich endgültig von Ozeanien Abschied nehmen.

Wir bedanken uns für die Möglichkeit bei der IPA Sektion Österreich für die Teilnahme, besonders bei Oberrat Mag. KALCHER und GI Willibald ELIAN.

Anna Aichinger