Das erste Foto zeigt die drei österr. Teilnehmer (Katja, Markus und Sebastian v.l.n.r.), ein Gruppenfoto, ein Koala und das letzte Foto von Katja mit ihren Freundinnen.

 

Weltjungendtreff 2008

Weltjungendtreff 2008

Weltjungendtreff 2008

Weltjungendtreff 2008

Australien: Am anderen Ende des Regenbogens.

Zum 45. Mal fand das "International Youth Gathering" der IPA statt. Jugendliche aus 23 Ländern der Welt trafen sich in Australien, auch Oz oder Down Under genannt. Australien war 2008 zum ersten Mal Gastgeber. Unter den Teilnehmern fanden sich auch drei 15-jährige Jugendliche aus der Steiermark, Katharina Riffel, Markus Kraus und Sebastian Thier. 

Ungewohnt früh mussten die drei am 18. Juli aus dem Bett, um endlich einmal ohne Eltern zu verreisen. Nach der langen Anreise von Graz nach Frankfurt, Dubai und Singapur, landeten sie nach fast 30 Stunden in Melbourne und wurden von ihrem Guide Michelle Harris empfangen. Melbourne ist die Hauptstadt des Bundesstaates Victoria und zweitgrößte Stadt des australischen Kontinents. Die drei Weltbummler, noch mitten im "Jetleg", erlebten gleich am ersten Tag kühle Temperaturen. "Wie uns die Einheimischen mitteilten, war es der kälteste Tag in der Geschichte Australiens. Für hitzegewohnte Australiern bedeuten O Grad bereits Kälte. In den folgenden Tagen war es dann etwas wärmer“, erzählen die drei schmunzelnd.

Weltjungendtreff 2008

Nach dem gegenseitigen Kennenlernen der 48 Teilnehmer wurden die Sehenswürdigkeiten in und rund um Melbourne besichtigt. Darunter auch Sovereign Hill, eine nachgebaute Goldgräberstadt in der Nähe von Ballarat. Kostümierte Schauspieler lassen eine vergangene Zeit aufleben. Mitte des 19. Jahrhunderts kamen tausende Menschen aus aller Welt, um in Ballarat im heutigen Grampians Nationalpark nach Gold zu schürfen. Hier wurde auch einer der größten Goldnuggets Australiens mit 68 Kilogramm gefunden.
 
Nach vier Tagen lernten die Teilnehmer im angrenzenden Bundesstaat New South Wales das Leben auf einer Ranch kennen. Die Reise wurde in Richtung der australischen Hauptstadt Canberra fortgesetzt. Dort besuchten sie die Australian Federal Police. Nach Empfang und einem Vortrag über die australische Polizei durfte natürlich auch eine praktische Vorführung der Polizeifahrzeuge nicht fehlen. Sebastian schwärmt noch immer davon: "Während alle Teilnehmer nur eine gemütliche Runde mit dem 500 PS staken Polizeiwagen vom Typ Holden drehten, konnte ich den Polizistenbeamten zu einer simulierten Verfolgungsfahrt überreden. Ich war beeindruckt wie der den "Rennschlitten" unter Kontrolle hatte."

Nach Canberra, der achtgrößten Stadt Australiens, quartierten sich die Jugendlichen für vier Tage auf der Teen Ranch, einer Jugendherberge südlich der größten und ältesten Stadt  Australiens, Sydney, ein. Sydney wird auch als Tor zu Australien bezeichnet und liegt an den schönsten Stränden der Welt.

Das steirische Trio war vom entspannten Outdoor-Lebensstil, von der Freundlichkeit und Herzlichkeit der dynamischen Australier begeistert. Katharina fährt fort: "Sobald die Einheimischen merken, dass du ein Tourist bist, sprechen sie dich sofort an und unterhalten sich mit dir. Das alltägliche Leben ist  nicht so hektisch wie bei uns in Österreich. Ich hatte wirklich Spaß. Jetzt weiß ich es auch zu schätzen, Englisch gelernt zu haben." "Außerdem ist die Bekleidung, vor allem jugendliche Fashionlabels, um 50 Prozent billiger als in Europa," fügt Sebastian hinzu.

Nach Stadtrundgang und Opernhaus bestaunten die Jugendlichen die "Blue Mountains". Der Name kommt vom verdunstenden Öl der Eukalyptusblätter. Der feine Nebel verursacht bei Tageslicht einen blauen Schimmer über den Bergen.

Lebhaft erzählen Sebastian und Markus noch immer vom "Bridge Climb" auf die Harbour Bridge. Die 503 Meter lange Brücke erhebt sich 134 Meter über dem Meer und kann seit zehn Jahren von besonders Wagemutigen bestiegen werden. Markus: "Es war ein atemberaubender Blick auf die Stadt und das Meer, obwohl es oben ganz schön luftig ist."

Viele waren froh nach drei Tagen vom 14 Grad kühlen Süden nach Brisbane im Bundesstaat Queensland zu fliegen. An der Gold Coast herrschten endlich sommerliche Temperaturen.  Mit einem Surfbrett glitten die drei steirischen Teenies über die Wellen des Pazifischen Ozeans. Eine "Mordsgaudi," die ihnen aber einige blauen Flecken zufügte. Natürlich stand auch ein Besuch in der "Water- und Dreamworld" auf dem Programm. "Es war alles ein bisserl hektisch, deshalb hatten wir unsere Badehosen im Bus vergessen. Hat uns nicht gestört, sind wir halt gleich mit dem T-Shirt und den Shorts über die Wasserrutschen," lachen alle drei.
 
Die häufigste Abkürzung der Australier ist BBQ. Die Australier lieben es zu grillen, bei jeder Gelegenheit wird ein Barbecue veranstaltet. Daher ist beinahe auf jedem öffentlichen Ort ein BBQ-Grill aufgestellt und für wenig Geld benutzbar. "Ich habe noch nie in meinem Leben innerhalb so kurzer Zeit so oft gegrillt. Gegrillte Känguruwürstchen schmecken mir aber deshalb trotzdem nicht“, meint Sebastian.

Weltjungendtreff 2008

Nach einem Abschlusstag war am 4. August das Jugendtreffen zu Ende. Katharina, Markus und Sebastian flogen für eine knappe Woche zu ihren Gastfamilien an die Westküste nach Perth. Perth ist die Hauptstadt von Western Australia. Sie ist auch die abgeschiedenste Stadt der Welt. Die nächste Großstadt ist fast 3000 Kilometer entfernt.

Von den Gastfamilien wurden die drei wie die eigenen Kinder aufgenommen und betreut. Jeder Tag war für die jungen Steirer ein besonderes Erlebnis. Absolutes "high light" war, dass die jungen Steirer vom Radio "Lollipop" eingeladen wurden.  Der Radiosender startete 1979 in England am Queens Mary´s Hospital für kranke Kinder  in Surrey. Der Radiosender gestaltet mit Freiwilligen im Krankenhaus Sendungen für die jungen Patienten. Auf Grund des Erfolges gibt es weitere Stationen auch in Neuseeland und Amerika.

Als besonderes Gastgeschenk servierten Markus und Sebastian der Gastfamilie am letzten Abend einen selbst gebackenen Apfelstrudel. Nach knapp drei Wochen hieß es schließlich Abschied nehmen vom anderen Ende des Regenbogens. Übereinstimmend gaben die drei Weltenbummler an: "Eine einzigartige Reise, die uns reich beschenkt hat."

Maximilian Ulrich