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Vogelgrippe

Die nachfolgende Geschichte ist frei erfunden, die dieser Geschichte zugrunde gelegten Daten allerdings sind wissenschaftlich fundiert und stammen größtenteils aus dem Deutschen Influenza — Pandemieplan und dem Internet

Die Berechnungen zum deutschen Pandemiemodell beruhen im Wesentlichen auf dem Modell von Meltzer et al. (Fluaid, Centers for Disease Control, USA; www2a.cdc. gov/ od/fluaid/). Die Raten der pandemiebedingten Arztkonsultationen, Hospitalisierungen und Toten wurden aus diesem Modell übernommen. Das Modell berücksichtigt nicht den Verlauf der Pandemie, der z.B. durch Schulschließungen oder andere seuchenhy­ gienische Maßnahmen beeinflusst werden könnte. Die Berechnungen orientieren sich an dem Szenario, das von Meltzer et ah als „most likely" (am wahrscheinlichsten) an­gegeben wird. Für die Verteilung der Altersgruppen wurden die Daten des statistischen Bundesamtes (GE) von 2001 zugrunde gelegt Zur Berechnung der Anzahl an Men­ schen, für die eine Therapie bereitgestellt werden müsste, wurden außerdem die Zahl der Erkrankten und Hospitalisierten berücksichtigt, die zwar eine Atemwegserkran­kung haben, deren Ursache aber nicht das Pandemievirus ist Es muss jedoch davon ausgegangen werden, dass ein Teil dieser akuten respiratorischen Erkrankungen (ARE) so behandelt werden würde wie pandemiebedingte AREs. Zur Abschätzung die­ ser Anzahl wurde ein fixer Anteil angenommen, z.B. 10%. Für die Abschätzung der In- zidenz der zur Vorstellung kommenden ARE-Konsultationen wurden die altersspezi­ fisch stratifizierten Daten des Surveillancesystems der Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) verwendet

In der Hoffnung, dass das nachstehende Szenario nie wahr wird. Chronologie einer fiktiven Influenzapandemie

0110 20xx:

In China, nahe der Stadt Peking treten einige harmlose Fälle von Influenza auf, der von der WHO als Influenzasubtyp A/H1N1 identifiziert wird. Die Surveillance wird hochge­fahren. Es wird routinemäßig mit der Entwicklung eines Vakzines (Impfstoffes) begon­ nen.

08 10 20xx:

Fast zur selben Zeit wird an der Grenze von Vietnam zu Thailand in mehreren Ortschaf­ ten an Hühnern der Grippevirus A/N5H3 festgestellt, worauf es zu Massenkeulungen kommt 20 10 20xx:

In Malaysia und China werden mehrere tote und erkrankte Zugvögel gefunden, die das selbe Virus aufgenommen haben 25 10 20xx:

Die von Peking ausgehende Influenza hat sich in der Zwischenzeit in größeren Teilen des Landes sowie in den Nachbarstaaten ausgebreitet. 20 11 20xx:

Erste Fälle von Influenza eines noch unbekannten Virussubtypen treten bei Schweinen in mehreren zentralchinesischen Dörfern auf.

25 11 20xx:

Der unbekannte Virustyp wird durch die WHO als A/H5N1 identifiziert.

311120xx:

Es kommt zu weiteren Massenschlachtungen sowohl von Geflügel, als auch von Schwei­ nen.

28 12 20xx:

In einem vietnamesischen Dorf erkrankt ein Mann an Influenza. Durch die WHO wird das Bereitschaftsniveau 1 der Pandemiephase 0 verfugt, das bedeutet, dass ein neuer In­fluenzasubtyp bei einem Menschen isoliert wurde. Es liegt noch kein klarer Hinweis vor, dass sich das Virus von Mensch zu Mensch weiterverbreiten oder Ausbrüche auslösen kann. Darstellung der bisherigen Ereignisse :

05 01 20xx:

In der Zwischenzeit sind 50 Personen an Influenza erkrankt, 6 davon sind verstorben. Es wurde klar festgestellt, dass dieser Virus A/H5N1 von Mensch zu Mensch übertragbar ist und eine hohe Mortalität besitzt. Durch die WHO wurde bereits seit dem zweiten Infizier­ ten das Bereitschaftsniveau 2 und 3 der Pandemiephase 0 ausgerufen. Aufgrund der Übertragbarkeit von Mensch zu Mensch wird jetzt die Pandemiephase 1 ausgerufen.

25 01 20xx:

Die als erstes am 01 10 20xx aufgetretene Influenza A/H1N1 hat Großbritannien, Deutschland, Frankreich und Österreich erfasst. In der Zwischenzeit wurde das Vakzin von insgesamt weltweit 9 Firmen, welche eine Jahresproduktionsrate von 250 Millionen Dosen Impfstoff haben, erzeugt und abgesetzt (Diese Impfstoffe sind so genannte trivalen-te inaktivierte Impfstoffe). Dies bedeutet, dass der Impfstoff keine vermehrungsfähige Vi­ ren, sondern nur Bestandteile von drei zirkulierenden Wildtyp-Influenzaviren oder deren Derivate (Reassortanten) beinhaltet. Im Jahr 20xx betrug die Durchimpfungsrate in Öster­reich 26%.

04 02 20xx:

Es gibt bereits mehr als 2000 Erkrankungen in Vietnam, 500 in Thailand, 4000 in China und 300 in Burma. Es wird bereits von mehreren hundert Toten in den Medien berichtet. Die WHO wendet sich an alle Regierungen und warnt vor der hohen Morbidität (krankmachende Wirkung) sowie Letalität (Todesrate aufgrund der Krankheit). Es wer­ den Einschränkungen im internationalen Reiseverkehr, sowie Überwachung an Flug - und Schiffshäfen empfohlen. Seit der Isolierung des Krankheitserregers am 05 01 20xx arbei­tet man fieberhaft an der Entwicklung eines passenden Vakzines.

20 02 20xx:

Der erste Fall einer A/H5N1 Infektion wurde aus einem anderen Kontinent (Kanada) ge­ meldet.

25 02 20xx:

Die ersten Grippeinfizierten treten in Europa (Deutschland) auf. In Frankfurt wird am Flughafen eine Frau, die bei einer Routinekontrolle Fieber hat, in ein Spital gebracht. In Bremen wird bei einer Familie, die aus Malaysia vom Urlaub zurückkam, der Virus A/ H5N1 festgestellt. Die WHO ruft die Pandemiephase 2 aus.

Folgende Fragen sind nun zur Bewältigung der Katastrophe von allen lokalen und na­ tionalen dafür zuständigen Organisationen zu klären:

Inkubationszeit, Symptomatik, Letalität (Anteil der Erkrankten, die versterben), Ausschluss einer bioterroristischen Ursache, Anteil der Exponierten, die sich infizieren/ sekundäre Erkrankungsrate, Manifestationsindex (Anteil der Infizierten, die erkranken), Anteil der Erkrankten, die den Arzt aufsuchen, Anteil der Erkrankten, die eine, Pneumo-nie entwickeln, Anteil der Erkrankten, die ins Krankenhaus eingewiesen werden, Risiko­ faktoren für Pneumonie, Krankenhauseinweisung, Tod, infektiöses Potential des Virus, Beginn, Dauer und Ausmaß der viralen Ausscheidung,

Art und Ausmaß der mittleren Erkrankungsdauer/ Aufenthaltsdauer im Krankenhaus Komplikationsraten bei den Risikogruppen:

ältere Bevölkerung,

chronische Vorerkrankte,

Kleinkinder, Kinder,

Schwangere

Effektivität antiviraler Medikamente bei prophylaktischer bzw. therapeutischer Verord­ nung, Effektivität eines evtl. Impfstoffes

28 02 20xx:

Ähnliche Vorfälle werden aus Spanien, Italien, Griechenland, Österreich, England, aber auch aus Australien und USA berichtet. In der Zwischenzeit fordert die Grippe ihren ers­ ten Toten in Europa.

06 03 20xx:

Die erste Pandemiewelle hat nun alle Staaten Europas erfasst.

Einschätzung der Lage durch die österreichische Bundesregierung aufgrund eines Berichtes der WHO:

Die erste Vogelgrippewelle hat in Europa ihren Höhepunkt erreicht. Geht man davon aus, dass jede zweite Infektion zum Ausbruch der Krankheit führt, so werden in den ersten acht Wochen bei einer 30 prozentigen Erkrankungsrate, bis zum Ausklang dieser Epidemie allein in Österreich etwa 1.200.000 zusätzliche Arztbesuche erfolgen, 36.000 Krankenhauseinweisungen erfolgen und 9600 Influenzatote zu beklagen sein. Doch die In­fluenza kennt keine Grenzen. Europa hat zu diesem Zeitpunkt eine Einwohnerzahl von etwa 700 Millionen Menschen. Daher ist bei Annahme der selben Erkrankungsrate ein zu­ sätzlicher Ansturm von 105 Millionen Arztbesuchern im gesamteuropäischen Raum zu bewältigen. In den Spitälern Europas fallen zusätzliche 3.150 000 Patienten an und die Zahl der Toten wird sich auf unserem Kontinent auf geschätzte 840 000 belaufen. Der größte Anteil der Erkrankten ist zwischen 16 und 60 Jahren alt (über 50%), sehr viele dieser Erkrankten gehören zum medizinischen Personal (Ärzte und Pfleger/innen) der Spitäler. Diese werden von den Altersgruppen 16-60 und über 60 Jahre fast zu gleichen Teilen befüllt. Die über 60- Jährigen zählen zu den häufigsten Todesopfern (ca. 2/3).

Durch die große im arbeitsfähigen Alter zu erwartende Anzahl an Erkrankten ist ein enor­ mer wirtschaftlicher Schaden zu erwarten. Dies hat neben dem Arbeitausfall von Personal, der bis zum Stillstand von Firmen reichen kann, der starken Einschränkung des öffentlichen Lebens, vor allem der Dienstleistungen, des Gesundheitswesens, die Schließung von Schulen und der nachhaltigen Störung der Versorgung mit Lebensmittel zur Folge. Neben all diesen Folgen sind die Auswirkungen an der internationalen Börse noch nicht absehbar. Die klassischen Touristenländer ITALIEN, ÖSTERREICH, SPANIEN, KROATIEN und GRIECHENLAND werden das Ausmaß des durch die Pandemie ent­standenen wirtschaftlichen Schadens erst nach der Pandemiephase 5 (= Ende der Pandemie) abschätzen können. Die hohe Anzahl an Spitalpatienten lässt die nicht auf Szenarien dieser Größenordnung ausgelegten Gesundheitssysteme kollabieren. In Österreich z.B. kommen auf 1000 Einwohner 6,2 Spitalsbetten, das entspricht einer Gesamtzahl von etwa 49.600 Betten insgesamt, gerechnet an einer Einwohnerzahl von 8 Millionen. Der europäische Durchschnitt liegt nur bei 4,6 Betten. Daher sah man sich bereits 2005 auch in Österreich gezwungen, an Akutbetten einzusparen und dem EU-Level anzupassen, was sich im gegenwärtigen Fall als Bumerang erweisen könnte. Durch die Erkrankung von unge­ schützten medizinischen Personal wird die Situation noch zusätzlich verschärft und die Sterblichkeitsrate der Patienten, die eingeliefert wurden wird erhöht durch Sekundärerkrankungen wie z.B. Pneumonie. Die bereits vor Jahren durch die WHO angeregte Pneumokokkenimpfung, welche zu einer Verringerung der Morbidität und Mortalität und so­ mit zu einer positiven Beeinflussung des Pandemieverlaufs führt, fand leider in den meisten europäischen Staaten wenig Akzeptanz in der Bevölkerung.

Ein Problem stellt auch die nur unzureichende Verfügbarkeit von antiviralen Medikamenten wie z.B. den M2-Membranproteinhemmer Amantadin, Rimantadin sowie die Neuraminidasehemmer Zanamivir und Oseltamivir. Diese wären zur Akutbehandlung von Patienten bis zur vollständigen Durchimpfung der Bevölkerung zur Verringerung der Anzahl an Toten notwendig. Des weiteren wird es zu einem partiellen Versorgungsengpass von häufig benötigten Medikamenten kommen, welche zur Behandlung von Sekundärerkrankungen benötigt werden (z.B. Antibiotika). Eine, wenn auch nur unzureichende, Entschärfung der Situation ist das Zurückgreifen auf San - Einrichtungen und Ressourcen der nationalen Armeen. (Feldlazarette und Mil - Spitäler). Es ist jedoch zu bedenken, dass ein großer Anteil, speziell an Ärzten, in den zivilen Spitälern gebunden sein wird und daher solche Einrichtungen großteils mit Pflegern betrieben werden müsste. 840 000 zusätzliche Tote in Europa durch Influenza, direkt oder indirekt verursacht, werden die Bestattungs­unternehmen zwingen, schon allein aus Platzgründen Massenbeisetzungen durchzuführen. Gesundheits-, Kranken- und Lebensversicherungen werden Probleme in der Finanzierung der vertraglichen Leistungsansprüche haben oder teilweise keine Zahlungen mehr leisten. Durch Mangel an Versorgung, finanziellen Einbußen und der daraus resultierenden Ar­ mut, sowie Unzufriedenheit bis hin zu Massenhysterie und Panik sind Unruhen nicht ausgeschlossen. Zudem kann die Kriminalitätsrate durch Krankheitsausfall bei den Ordnungsorganen, verbunden mit wesentlicher Mehrleistung sich drastisch erhöhen. Eine Verstärkung der Polizei durch Teile der Nati onalen Armee mit Polizeibefugnis wird zumindest angedacht werden müssen.

Die Länder und Gemeinden haben zur Verringerung der Ausbreitung dieser Krankheit folgende Verordnungen zu erlassen, bzw. di e Bevölkerung dahingehend zu lenken und zu beraten:

Vor allem aber sollte die Bevölkerung in Hygienefragen beraten werden. Zu den allgemeinen Hygieneregeln, die propagiert werden sollten, zählen u.a.:

15 06 20xx:

Der Impfstoff wurde entwickelt, ist aber bei weitem nicht für jeden verfügbar, außerdem vergehen noch etwa zwei Wochen, bis der Impfschutz voll wirksam ist. Daher werden von den nationalen Verantwortlichen für die Impfung der Menschen folgende Prioritäten gesetzt.

A. Nach dem politisch-sozialen Aspekt:
Impfung von

B. Aspekt der maximalen Reduktion der Krankheitslast:
Die schwerste Verlaufsform einer Infektion ist der Tod.

Auch in Berechnungen, die sich auf den ökonomischen Verlust für die Gesellschaft kon­zentrieren, machen die Todesfälle mit etwa 80% den größten Anteil aus. Zur Beurteilung der Krankheitslast sind verschiedene Kriterien denkbar: Berücksichtigung des Risikos für tödlichen Ausgang (Letalität); Verhinderung einer möglichst großen Anzahl an Todesfäll en, wirtschaftlicher Nutzen (Nettoersparnis) durch die Impfung und andere Kriterien. Pro Impfdosis rechnet man mit einem Betrag von € 5. Geht man von einer vollständigen Impfung der Bevölkerung aus, würden allein in Österreich Kosten von € 40.000 000.- verursacht die von allen getragen werden müssten.

01 08 20xx:

Die erste Pandemiewelle kommt zum Erliegen. Es werden fast keine Pandemiefalle mehr gemeldet. Die Katastrophe scheint überstanden. 20 09 20xx:

Die zweite Welle der Vogelgrippe trifft auf eine nur zu einem Drittel geimpfte europäi­ sche Bevölkerung. Wie bereits bei der Spanischen Grippe 1918 entpuppt sich die zweite Welle als ungleich stärker und tödlicher als die erste. Die Erkrankungsrate liegt nun bei 50%. Beginn der Pandemiephase 4.

Februar 20x+l

Die Influenzapandemie klingt nun endgültig ab. Der Ausruf der Pandemiephase 5 im Juni dieses Jahres läutet den letzten Akt der Tragödie ein.

Vzlt KRICKL Anton, MBA ABCAbwUO Kdo6.JgBrig

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