| Wenn der Tempomax die Laserpistole zückt | |
| Künftig soll der
Pappgendarm „Tempomax" die Tempomoral der Autofahrer heben - speziell
in den Baustellen. Vor einigen Jahren hatte der zweidimensionale Vinzenz in Ortsdurchfahrten dafür gesorgt, dass die Autofahrer ihre Geschwindigkeit an die Tempolimits anpassten. Vinzenz wurde aber Ziel nächtlicher Racheaktionen und verschwand wieder. Jetzt soll sein dreidimensionaler Nachfolger, ein Pappgendarm aus Oberösterreich mit Namen „Tempomax", für Ordnung sorgen und die Autofahrer an die Tempolimits erinnern. Die Ortsschilder und Verkehrsschilder sollen zudem wieder verstärkt wahrgenommen werden, so das Ziel des Herstellers. Das Land Tirol hat laut Asfinag sechs der verblüffend lebensechte Maxe bestellt, die ab Herbst in Tirol zum Einsatz kommen sollen. |
![]() Ist er echt oder nicht? Die Attrappe wirkt verblüffend lebensecht. Raser treten auf die Bremse (TT;14.07.01) |
|
Die Wirkung des standhaften Pappkameraden auf die Tempomoral und damit auf die Unfallbilanz ist
verblüffend. Die Tochterfirma „Drive" des Kuratoriums für Verkehrssicherheit hat
dies in einer halbjährigen Studie in einer Autobahnbaustelle in Kärnten mit
11.000 Messungen erhoben. Unfälle verhindert Das Ergebnis: „Das temporäre Aufstellen der Attrappe im 80 km/h Bereich der Baustelle hat das Geschwindigkeitsniveau erheblich gesenkt und die Zahl der Überschreiter bis zur Hälfte reduziert. Damit konnten gravierende Unfälle verhindert werden - im Gegensatz zu allen anderen Baustellen in Österreich." Es passierten nur vier Unfälle, davon kein einziger mit Personenschaden. Trotz aller Erfolge hegen das KfV Tirol und die Exekutive Bedenken. „Die Wirkung der Attrappe steht zwar außer Zweifel. Dies ist aber kein Ersatz für eine wirkungsvolle Überwachung durch die Exekutive", erklärt Johannes Müller vom Tiroler KfV. Es sei nicht der richtige Weg, Beamte bei der Gendarmerie abzubauen und stattdessen Attrappen aufzustellen. Die Autofahrer würden sich über die Täuschung ärgern. Die Exekutive zu ihrem künftigen Attrappenkollegen. „Wenn dies einen Sinn macht, dann nur in Baustellen", betont der stv. Landesgendarmeriekommandant Oberst Georg Rainer. Es sei eine Illusion, damit eine dauerhafte Verkehrserziehung erreichen zu wollen. |
|
|
Beitrag aus der Tiroler Tageszeitung (lei) vom 14.07.2001 |
|