IPA Reisen ohne Ziel

Von Klaus HERBERT © 1997

IPA Reisen sind eine super Sache. Sie entsprechen wohl auch dem Gedanken der Vereinigung, nämlich durch Fahrten in andere Regionen über den Zaun blicken und neue IPA Freunde kennenlernen zu können. So erweitern IPA Mitglieder ihren beruflichen Horizont und verbessern nicht selten ihr Verständnis für internationale Zusammenarbeit im Dienst.

Doch da fällt mir in letzter Zeit etwas für mich Unerfreuliches auf. IPA Reisen boomen wie nie zuvor. Kein Fleckchen Erde ist mehr vor der IPA sicher, doch die IPA Begegnungen schrumpfen kontinuierlich. Woran mag das liegen? Ich habe mir so meine Gedanken gemacht und verschiedene Ursachen gefunden.

Als findiger Reisesekretär lasse ich meinen Ausflug vom Reisebüro ausarbeiten. Da klappt alles und es wird zu einem guten Preis viel geboten. Abweichungen vom Programm machen Arbeit, erfordern Schriftverkehr und Koordination. Also, Finger weg von Manipulationen!

Als guter Organisator bin ich in der Lage eine echte IPA Reise auf die Beine zu stellen, denn ich habe gute Kontakte im In- und Ausland, eben wie es sich für einen alten IPA Hasen gehört. Aber Kontakte suchen heißt auch Kontakte pflegen. Nehme ich Gastfreundschaft in Anspruch, dann sollte ich, charakterlich gesehen, eine Gegeneinladung aussprechen. Um Gottes Willen, wer soll denn bei uns die Arbeit machen? Findet sich überhaupt noch ein Mitglied, das bereit ist, bereits den 17. Tag in diesem Jahr für IPA Reisegruppen zu opfern? Schließlich sind es immer die gleichen, eine Handvoll, die sich die Haxen ausreißen. Aber wehe, wenn die mal die Schnauze voll haben, sage ich so ganz salopp.

Was tun? Ich meine, daß gerade IPA Mitglieder die einzigartige Chance zu außergewöhnlichen Reisen haben, wo sie eine Menge Hintergrundwissen erlangen können und wenn sie wollen, auch noch ihren dienstlich interessante Informationen erhalten können. So wäre es auch im Sinne des IPA Gedankens. Vielleicht denkt sich mancher Reisende "wo kann ich die IPA ausnützen", obwohl er sich eigentlich fragen sollte "wie kann ich etwas in die IPA einbringen?". Dann müßte man sich Betreuer nicht aus den Fingern saugen, könnte Einladungen mit gutem Gewissen annehmen und selbst auch solche aussprechen.

"Back to the Roots" sollte unser Slogan sein, ganz unter dem Motto "wenn schon reisen, dann auch richtig". Das Ziel einer echten IPA Reise ist die IPA, alles andere sind nur gemeinsame Unternehmungen, die manchmal auch ein schönes Gefühl vermitteln können. Aber eben nur manchmal!

 

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