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33. IEC Konferenz in Dublin

Junge Polizisten aus Österreich waren mit dabei

Anlässlich der 33. IEC Konferenz, welche vom 31. August 2005 bis 04. September in Dublin stattfand, wurde erstmals zwei jungen Polizeibeamten der IPA Sektion Österreich die Möglichkeit geboten, an dieser Konferenz teilzunehmen. Deshalb wurde von der IPA Sektion Österreich eine Verlosung durchgeführt, um diese zwei jungen Polizisten zu ermitteln.

Es langten zahlreiche Bewerbungen aus ganz Österreich bei der IPA ein, doch das Los entschied sich für uns, Ernst TRUMMER und Philipp CHRISTOF, beide junge Inspektoren des SPK Graz.

Damit wurde uns die Möglichkeit geboten, gemeinsam mit dem Präsidenten der IPA Sektion Österreich Werner PAIL, dem Generalsekretär Richard BENDA und dem IEC- Delegierten Alois KALCHER zum 33. IEC Kongress nach DUBLIN zu fliegen.

Am 30. August 2005 ging es dann endlich los. Wir, Ernst TRUMMER und Philipp CHRISTOF, trafen uns am Flughafen Graz- Thalerhof mit dem IEC- Delegierten Alois KALCHER, um gemeinsam den Flug nach Dublin anzutreten. Nach einer kurzen Zwischenlandung in London landeten wir dann um ca. 19.00 Uhr in Dublin, wo wir bereits von der IPA Sektion Irland freundlich empfangen wurden. Anschließend ging es dann gemeinsam mit einigen russischen Kollegen ins Burlington Hotel in Dublin, in dem wir für die Dauer unseres Aufenthaltes untergebracht waren und welches unsere Erwartungen völlig übertraf.

Trotz unserer relativ späten Ankunft im Hotel wurden unsere irischen Kollegen ihrem Ruf, als ein sehr gastfreundliches Volk gerecht. Sofort wurde für uns nochmals ein großer Tisch mit irischen Köstlichkeiten gedeckt. Weiters begrüßten uns unsere Betreuer der Sektion Irland für die kommende Woche. Nach dem doch etwas späten Dinner bezogen wir unsere Zimmer, um uns auf den nächsten Tag, des IEC- Kongresses, vorzubereiten.

Der erste Tag begann schon zeitig um 07.00 Uhr. Denn nach dem umwerfenden Frühstück lernten wir gleich unsere jungen Kollegen aus den anderen Ländern kennen. Polizisten/innen aus Norwegen, Finnland, England, Zypern, Dänemark, Australien und Amerika waren darunter vertreten. Insgesamt waren wir 10 Polizisten, die am Programm für junge Polizeibeamte teilnahmen. Mit ihnen sollten wir in den kommenden Tage Erfahrungen austauschen und Freundschaften schließen können.

Anschließend wurden wir mit in einem Autobus, begleitet von einer Polizeieskorte der irischen Polizei „Garda“, in das Schloss Dublin gebracht, wo wir an der offiziellen Eröffnungszeremonie des Kongresses teilnahmen. Die Wichtigkeit dieser Veranstaltung konnten wir sofort an den geladenen Gästen erkennen. Abgesehen von den zahlreichen hochrangigen Uniformen in den ausgefallensten Variationen nahm sich sogar die Innenministerin Zeit, die Mitglieder des IEC Kongresses zu begrüßen.

Nach zahlreichen Gruppenfotos wurden wir in das Herzstück von Dublin, der riesigen Guinness Brauerei in Dublin, geführt. Bei einem kühlen Guinness konnten wir in einem Tower hoch über Dublin, die wunderschöne Stadt besichtigen.

Am zweiten Tag wurden wir durch eine Polizei- Station im Zentrum von Dublin geführt. Dort wurde uns ein kurzer Einblick in die Polizeiarbeit der irischen Polizei gewährt. Zu unserem Erstaunen stellten wir fest, dass die irischen Polizisten keine Schusswaffe, sondern lediglich einen Knüppel bei sich führen. Auf unser Verwundern hin, wurde uns erklärt, dass Irland beschlossen hat, Waffen tragende Polizisten seien lediglich eine Provokation der Öffentlichkeit und wurden aus diesem Grund vermieden. Auch hätten die Iren deutlich weniger Gewaltdelikte als Österreich. Familienstreitigkeiten, Kneipenschlägereien und auch Ausschreitungen der Fans bei Fußballspielen seien hier keinesfalls üblich. Grund dafür sei die äußerst konservative Erziehung und Einstellung des Volkes. Dies zeigt sich schon allein darin, dass die Abtreibung eines Kindes in Irland noch immer ein Verbrechen darstellt und auch die Homosexualität war bis vor zwei Jahren bei Gefängnisstrafe verboten.

Im Anschluss fuhren wir in das Headquarter, der Zentrale der irischen Polizei. Dort befand sich in einem vollkommen abgeriegelten Keller eine riesige Sammlung an Waffen, welche von der Polizei beschlagnahmt oder von der I.R.A., der irischen Befreiungsarmee, abgegeben wurden. Auch zahlreiche von der I.R.A. selbst gebastelte Autobomben wurden dort deponiert.

Nach der Führung durch die Waffenkammer ging es weiter zur berittenen Polizei, ebenfalls eine Besonderheit der irischen Polizei. Die Pferde werden vorwiegend bei Streifen in der Innenstadt von Dublin sowie zu besonderen Anlässen eingesetzt.

Als krönenden Abschluss des Tages gab es am Abend beim Dinner im Hotel ein Showprogramm mit irischen Tänzerinnen und Tänzern (like Riverdance), welche uns einen kleinen Einblick in das irische Temperament vermittelten.

Am dritten Tag ging es zur Polizeischule nach Templemore (ca. 180 Km von Dublin entfernt), wo wir bereits vom Direktor der Schule sowie etlichen Polizeischülern erwartet wurden. Wir staunten nicht schlecht, als wir eine Klasse betraten, wo mehr als 100 Polizeischüler in einem Kurs untergebracht waren. In Irland dauert die Ausbildung ca. 3 Jahre und hat universitären Charakter. Neben zahlreichen Sprachen wie Englisch, Gälisch und Französisch werden die Polizeischüler auch in Deutsch unterrichtet. Allerdings ist bei einer so großen Anzahl von Schülern eine persönliche Betreuung, wie wir sie in Österreich kennen, nicht mehr möglich.

Bei einer kleinen Führung durch die Polizeiakademie kamen wir gleich wieder ins Staunen. Hauseigene Schwimmhalle, 500 m² Fitnesscenter, ein eigenes Irish Pub, also Einrichtungen die in unseren Polizeischulen auch gern gesehen werden würden.

Zurück nach Dublin, folgten wir gleich der nächsten Einladung, der Flugpolizei. Die irische Polizei verfügt über 2 Helikopter sowie einem Kleinflugzeug. Somit kann vom Standort Dublin aus jeder Punkt Irlands innerhalb kürzester Zeit erreicht werden. Nach der Bekundung der Fluggeräte, wurde uns sogleich eine kurze Flugshow vorgeführt.

Nach weiteren Stadtrundgängen und Besichtigungen der schönsten Plätze von Irland, sowie atemberaubenden Dinnern ging es leider wieder zurück nach Österreich.

Bei dem Aufenthalt in Irland war es uns möglich, viel über die Unterschiede der Polizeiarbeit in den einzelnen Ländern lernen. Wir tauschten Erfahrungen aus und konnten auch einiges von der österreichischen Variante weitergeben. Auch für die Zukunft wurden viele Kontakte in die verschiedensten Länder geknüpft und Freundschaften geschlossen. Unsere Sprachkenntnisse in Englisch wurden wieder deutlich aufgefrischt und werden uns bestimmt im Außendienst eine große Hilfe sein. Alles in allem kann man sagen, dass die 33. IEC Konferenz nicht nur für die IPA sondern auch für uns, eine große Bereicherung war.