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„Cordial boa vinda a Austria – Herzlich willkommen in Österreich“

von Manuela Maitz-Christi, IPA Radkersburg

 


Brasilianisch-österreichische Begegnung


Vortrag bei der Cobra mit Major Rainer Wintersteiger


Beim interessanten Vortrag im Dreiländerbüro Arnoldstein


Dr. Tendler mit einigen Kollegen

Ein Hauch von Exotik lag schon fast in der Luft über der italienisch/kärntnerischen Grenze am Abend des 19. August 2006, als 26 Polizeibeamte aus Brasilien in Österreich willkommen geheißen wurden. Auf ihrer Reise durch Europa ließ es sich die Gruppe um deren ranghöchste Beamte Dr. Renato Lauer und Dr. Lincoln J. Tendler nicht nehmen, auch uns einen Kurzbesuch abzustatten.

Dr. Tendler ist nicht nur IPA-Funktionär, sondern auch nationaler und internationaler Herausgeber des brasilianischen Waffenmagazins „Magnum“. Für die nächste Ausgabe des Magazins plante er u.a. eine Reportage über die österreichische Exekutive, und so war es nicht verwunderlich, dass sich die gesamte Gruppe sehr für die verschiedenen polizeilichen Einrichtungen in Österreich interessierte: Ob im internationalen Dreiländerbüro in Arnoldstein oder an den Grenzübergängen in Spielfeld/Sentilj und Bad Radkersburg/Gornja Radgona – stets zeigten die Beamten mit interessierten Fragen auf. Bei der Polizeigrenzkontrollstelle Klöch wartete eine besondere Überraschung auf die Beamten, denn einige von ihnen durften nicht nur mit dem Hubschrauber abheben, sondern sie konnten auch die gesamte technische Ausrüstung in Augenschein nehmen.

Der Höhepunkt schlechthin war für die Brasilianer jedoch der Besuch des „Cobra“-Hauptquartiers in Wiener Neustadt. Sie folgten nicht nur äußerst interessiert dem Vortrag, sondern waren auch von den Sicherheitseinrichtungen beeindruckt. Einige von ihnen meinten, dass selbst die meisten brasilianischen Gefängnisse nicht derart abgesichert seien. Major Wintersteiger von der „Cobra“ hinterließ tiefen Eindruck mit der Tatsache, dass seit 1978 – dem Gründungsjahr der „Cobra“ – ein einziger tödlicher Zwischenfall bei den Einsätzen zu beklagen war. Eine schier unvorstellbare Tatsache, kamen die Beamten doch hauptsächlich aus dem drittgrößten Ballungsraum der Welt: „In Sao Paulo gehört die Kriminalität zum Alltag wie Zuckerrohrschnaps und Fußball“, sagt ein bekanntes Sprichwort. Drogenhandel und Korruption, auch unter den Beamten, die durchschnittlich 300 Euro im Monat verdienen, stehen an der Tagesordnung. Diese durchaus gängige Devise wird durch Zahlen eindrucksvoll unterstrichen: Bei 20,5 Mio. Einwohnern werden jährlich 12.000 Morde für etwa 60 Euro in Auftrag gegeben; inoffizielle Quellen sprechen sogar von bis zu 40.000 Toten. Auch seitens der Policia Civil sind jährlich 10 bis 20 Beamtenleben zu beklagen. In Anbetracht dieser Tatsachen mag den Polizisten unser Land wohl als eine „Insel der Seligen“ in Erinnerung bleiben.

Viele der Beamten besuchten das „alte“ Europa zum ersten Mal in ihrem Leben und zeigten sich gerade von unserem Österreich aufgrund der landschaftlichen Kulisse, aber auch von unserer sprichwörtlich berühmten Gastlichkeit, besonders angetan. Der Besuch bei uns und die Idee des Miteinanders in der IPA hat aber einige von den Teilnehmern derart angesteckt, dass sie sich während ihres Aufenthaltes bei uns spontan dazu entschlossen, sich nunmehr als Mitglieder der IPA eintragen zu lassen. Allein schon deshalb möchten wir uns umso herzlicher bei allen „stillen“ Helfern bedanken, die sich um Organisation und Verpflegung kümmerten!