Wer nicht kommuniziert, geht unter!

NEF 2017 in Moskau

Das Nordeuropäische Forum (NEF) der IPA  war geprägt von einem dicht gedrängten Programm. Der russische IPA-Präsident Alexey Gankin hatte sich akribisch vorbereitet, sodass die Tagung für alle Beteiligten zu einem nachhaltigen positiven Erlebnis wurde. Leider waren nicht alle 19 möglichen Sektionen anwesend. Russland erteilte aktiven und pensionierten Polizeibeamten der Baltischen Staaten keine Visa. Polen, Luxemburg, Tschechien und Slowakei waren verhindert.

 

Belgien, Dänemark, Deutschland, Finland, Frankreich, Irland, Niederlande, Österreich, Schweden, Schweiz, Russland und Vereinigtes Königreich hatten Vertreter der Nationalvorstände entsendet. Bildungsreferent Peter Schweiger und Pressereferent Klaus Herbert durften unsere Sektion repräsentieren. Keine schlechte Wahl, denn viele Punkte drehten sich um die Aufgabenbereiche der Beiden.

Untergebracht waren die NEF-Teilnehmer im empfehlenswerten und IPA-freundlichen Hotel Izmailovo Beta, 15 km vom Zentrum der 14-Millionen-Metropole entfernt. Der General Manager ist ein pensionierter Polizeioberst und IPA-Mitglied. Schwerpunkte der Diskussionen waren Finanzen und Bildung. Österreich ist die einzige Sektion, die durch umsichtige Zusammenarbeit mit dem IPA-Verlag kostenneutral ein Mitgliedermagazin publizieren kann. Viele Sektionen mussten die Anzahl der jährlichen Ausgaben mussten durch die Bank mehr oder weniger stark aus Kostengründen reduziert werden.

Österreich hat nicht unbedingt einen Vorsprung bei der Rekrutierung von jungen Funktionären, beim Bildungsangebot auf jeden Fall. Alle Sektionen beneiden uns um die IPAkademie, die wohl eine Erfolgsgeschichte der besonderen Art ist und vor allem junge IPA-Mitglieder anspricht. Viele Bemühungen innerhalb des NEF drehen sich um Mitgliederwerbung und um Vereinsaktivitäten, die die „Jungen“ interessieren.

In Finland etwa wurde erst kürzlich im Zuge einer großen Polizeireform die IPA neu organisiert und von 60 auf 40 Regionen reduziert. IPA-Werbung an Polizeischulen ist verboten, wodurch auch nur etwa ein Drittel der 7.000 Polizeibeamten Mitglieder sind.

Ebenso brachte in Schweden eine massive Umstrukturierung der Polizei massive Mitgliederverluste. So richtet sich die Vereinsarbeit auf die Stärkung neuer Ideen für junge Mitglieder aus. Mitsommernachtsfeste von Mai bis August im ganzen Land sind lassen einen ersten Erfolg erkennen.NEF 2017

Grundsätzlich arbeiten alle Sektionen an einer Modernisierung im Verein. Schweizer Mitglieder können ihren Beitrag mit PayPal bezahlen. Deutschland hat seit Juni eine gut funktionierende IPA-APP, die öffentlich zugänglich ist und auf sensible Daten verzichtet. Belgien vergibt einen IPA-Reward an Polizeischüler, die den IPA-Gedanken besonders gut verbreiten (Fachbücher, fünf Jahresbeiträge und ein Zertifikat). In Frankreich hat die Weiterentwicklung der IPA oberste Priorität. Doch Mitgliederwerbung gestaltet sich schwierig. Die Jungen reden nicht mehr miteinander, sie kommunizieren hauptsächlich elektronisch. Im Vereinigten Königreich wurden Website und Magazin aufgefrischt. Neben vier Druckausgaben gibt es einen regelmäßigen Newsletter, den über 60% der Mitglieder lesen (in Österreich sind es 15%). Funktionäre kümmern sich um junge Mitglieder, dass sie leichter im Verein Fuß fassen können. Dänemark legt Wert auf Veranstaltungen für Junge, die auch Ältere interessieren. Eine weitreichende Polizeireform (aus 54 wurden 12 Distrikte) führte auch zu einer Veränderung in der IPA-Struktur. Hier geht die Entwicklung weg von den Verbindungsstellen, hin zu Regionen. Russland kämpft an zwei Fronten, einmal die Größe des Landes, die Funktionärstagungen weitgehend unmöglich macht. Zum anderen der Verlust von 6.000 Mitgliedern aufgrund der EU-Sanktionen, die dazu geführt haben, dass aktive Polizeibeamte das Land nicht mehr verlassen dürfen.

Und die Quintessenz? Kommunikation und Entwicklung haben höchste Priorität. Wer nicht kommuniziert, geht unter!

(c)2017 IPA Press Austrian Section