50 Jahre IPA Weltverband Österreich feiert in Seefeld / Tirol
   
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50 Jahre IPA – jung und präsent

Arthur Troop war gerade mal 30 Jahre alt, als er die IPA gründete. Im Laufe von 50 Jahren entstand aus seiner Idee die größte Exekutivvereinigung der Welt. Die Mitglieder der ersten Stunden sind älter geworden, aber im Herzen sind sie durch ihre Aktivitäten jung geblieben. Troop wollte seinen Mitgliedern einen Wunsch verwirklichen: Begegnung über die Grenzen. Wer im September 2000 nach Seefeld blickte, der konnte es miterleben – sein Wunsch ist in Erfüllung gegangen. In Seefeld fand eine Geburtstagsfeier statt, wie sie sich der Gründer sicher nicht besser hätte wünschen können. Die IPA präsentierte sich nach außen. Die Bevölkerung bekam Einblick hinter die Kulissen der Exekutive. Uniformen stellten keine Hemmschwelle dar, sondern Menschen kamen mit Menschen zusammen. Mitglieder aller Altergruppen waren vertreten. Sie gingen aufeinander zu, knüpften neue Kontakte und so manche Freundschaft entstand oder wurde aufgefrischt. Die Begegnung in Seefeld wird in die Geschichte der IPA eingehen. Vor 50 Jahren hatte ein Polizei Sergeant eine Idee– in Seefeld wurde sie eindrucksvoll verwirklicht. IPA ist heute keine exotische Abkürzung mehr. Die drei Buchstaben sind zum Garant für "Dienen durch Freundschaft" geworden.

Das hat die IPA Welt bisher noch nicht gesehen. Das goldene Jubiläum wurde von einem Programm umrahmt, das die 500 Teilnehmer bestimmt nicht vergessen werden. Aus einem Sauna-Gespräch entstand eine Idee, die in die Tat umgesetzt wurde: BEGEGNUNG IN SEEFELD
Gemeinsam reisen, rasten, feiern, nachdenken, essen, trinken, tanzen und singen. Für manche war es die erste IPA Reise, für altgediente Funktionäre sicher nicht die letzte.

Jede Landesgruppe charterte einen Bus. Vom Burgenland bildete sich quer durch Österreich ein Konvoi, der in den Landeshauptstädten mit Musik empfangen wurde. In Innsbruck stiegen die Teilnehmer in den Nostalgiezug um, der sie auf einer wildromantischen Strecke an der senkrecht abfallenden Martinswand entlang nach Seefeld brachte. Am Bahnhof spielte die Blasmusik auf. Das lockte Gäste an. So manchen war die Verwunderung über die vielen ausländischen Uniformen ins Gesicht geschrieben.
Spätestens jetzt war Seefeld der Ort mit der größten Polizeidichte. Egal, wo man am Abend auch hinging, überall traf man IPA Freunde. Wie lange die Nacht dauerte, spielte keine Rolle. Früh am nächsten Morgen lachte die spätsommerliche Sonne in die Hotelzimmer. Die Busse standen bereit. Die Gäste waren gespannt. Es ging nach Mösern zur Friedensglocke im Alpenraum. Ein ökumenischer Gottesdienst vor der steil abfallenden Hohen Munde und den Weiten des Inntales riss die Menschen förmlich mit.

Auch Innenminister Strasser hatte sich die Zeit für den besinnlichen Gottesdienst genommen. Am Ende stand die Weihe der IPA Fahnen aus dem In- und Ausland. IPA Pater Clemens brachte es auf den Punkt als er bemerkte: "Nach so vielen Regentagen weiß man heute, dass der Herrgott ein Tiroler sein muss." Den Klang der Friedensglocke über dem Altar hörte man weit über das Inntal. Der Ort und die Stimmung passten einfach zu gut zu den Leitsätzen der IPA.
Es war schon mitten am Vormittag als sich die Parade formierte. Schließlich war es keine Feier nach innen, sondern für die Menschen. Und sie säumten zu Hunderten den Straßenrand. Die Gendarmeriemusik führte den Tross an. Dann kamen 60 IPA Biker mit ihren schweren Maschinen. Fünfzig IPA Biker, die sich mit Otto König einen der schönsten Wege über den Großglockner durch unsere Heimat gebahnt hatten. Angeführt vom Pannenfahrzeug, das der ÖAMTC den Bikern gratis zur Verfügung gestellt hatte, folgten die Streifenwagen.

Abordnungen aus Deutschland, Italien, Kroatien, der Schweiz, Slowenien, Tschechien und Ungarn versetzten die Gäste in Staunen. Alle anderen Teilnehmer und die Polizeimusik Innsbruck bildeten das Ende der Parade. Jetzt wurde es langsam Zeit für die Begegnung - wenn sie nicht schon stattgefunden hatte. Vor dem Musikpavillon hatten die Landesgruppen bereits "Standl'n" errichtet, wo sie ihre Spezialitäten anboten. Fleißige Helfer waren seit dem Morgen mit der Vorbereitung beschäftigt.
Da gab es den aromatischen Wiener Kaffee mit Sachertorte neben einem deftigen Stück Vorarlberger Bergkäs' oder eine süße Salzburger Mozartkugel bei einem Glas Oberösterreichischem Most. Burgenländische "Bogatscherln" (wie immer man sie schreiben mag) schmeckten auch vorzüglich zu einem Glas steirischem Wein. Das niederösterreichische Grammelschmalzbrot hätte man besser vor dem Kärntner Schnapsl essen sollen. Die Tiroler sorgten mit der Gulaschkanone fürs Mittagessen.

Die Konzerte der Gendarmerie- und Polizeimusik im Pavillon lockten viele Touristen an, die sich dann auch neugierig unter die IPA Mitglieder mischten. Da musste so manche Frage aus dem Vereinsleben beantwortet werden. Im Halbrund des Pavillons fand also endlich die BEGEGNUNG IN SEEFELD statt. Bei einem guten Glas und einem köstlichen Happen kamen Menschen miteinander ins Gespräch, die sich noch nie begegnet waren oder schon viele Jahre nicht mehr gesehen hatten. Wer aber das Treiben einfach genießen wollte, lehnte sich auf einer Parkbank gemütlich zurück.
Die Biker nützten das schöne Wetter und brachen zu einer Nachmittagstour auf. Die Wanderer bezwangen, wenn auch mit dem Sessellift, den einen oder anderen Gipfel rund um Seefeld. Die Kommunikativen hielten es bei den Standl'n bis am späten Nachmittag aus. Doch die Sonne schien flacher und der Festabend rückte näher. Wer wollte die "Stars & Stripes", eine der besten Bands aus Tirol, verpassen? Also auf in die festlich geschmückte WM- Halle.

Der Tiroler Landesgruppenobmann Wolfgang Wippler begrüßte Behördenvertreter und neben den schon erwähnten weitere Abordnungen aus San Marino und den USA.  Ein besonderer Gruß galt einem Mann, den sicher alle kannten, aber viele noch nie gesehen hatten: Theo Kelz. Er hatte es sich nicht nehmen lassen mit seiner Gattin zum gelungensten IPA Ereignis aus Kärnten anzureisen. 
Standing Ovations übertönten Wipplers Worte. So manchem lief eine Gänsehaut über den Rücken, als er Theos Dankesworte über die mentale Unterstützung durch die IPA hörte. Präsident Otto Wünsch hatte dann die ehrenvolle Aufgabe einen besonderen Gast mit Ehrenurkunde und Ehrenplakette der Sektion auszuzeichnen: Prof. Raimund Margreiter. Er war der einzige, der sich damals imstande sah und bereit erklärte, die sensationelle Handtransplantation durchzuführen.

Dr. Pleger von der Organisation "Ärzte ohne Grenzen" erhielt einen Scheck über 113.480,--ATS, den die Inter Police Rad 2000 für Minenopfer gesammelt hatte. Selbst am Festabend wurden noch einmal Minen-T-Shirts für 17.000.--ATS verkauft. Die Tiroler Brauchtumsgruppe, die den Gästen zeigte, wo sie zu Besuch waren,  entschloss sich spontan ihre Gage für den guten Zweck zu spenden, und die Stars & Stripes schlossen sich mit einem Teil ihrer Gage an. Die Musik zog die Gäste auf die Tanzfläche, ein hervorragendes Menü sorgte für die nötigen Gaumenfreuden.
Doch einen Haken hatte die Sache: Die Zeit verging zu schnell und der Abend war einfach zu kurz, um sich mit allen lieb gewonnen IPA Freunden zu unterhalten. Der Sonntagmorgen verhieß nichts Gutes. Strahlendes Wetter half nicht die Abfahrt hinaus zu zögern. Schade, dass die schönsten Stunden immer am schnellsten vergehen. Aber eines ist sicher: Österreich feierte 50 Jahre IPA wie es eben nur in einer Sektion wie unserer möglich ist. Diese Eindrücke kann einem niemand mehr nehmen. Und so mancher versteht jetzt besser warum er eigentlich IPA Mitglied ist.

Möglich geworden war die Großveranstaltung zu einem günstigen Preis durch ein gewagtes Unternehmen. Die IPA Österreich plante und schaffte es ein IPA Lexikon herauszubringen. Auf 240 Seiten werden alle Sektionen oder Polizeieinheiten aus den Mitgliedsländern vorgestellt. Das ist in der IPA noch niemandem gelungen, weder national noch international. Und die Gäste staunten nicht schlecht, als sie das Lexikon im Vierfarbdruck als Erinnerungsgeschenk am Festabend erhielten. Mit dem Gewinn wurde die Veranstaltung gesponsert.