Auf den Hund gekommen?

 Von Klaus HERBERT © 1997

Schon 1993 konnte Insp Günter ERNST bei der Bundesmeisterschaft der ZW-Diensthundeführer in Leutschach einen großartigen Sieg erringen.

Gesteigert wurde die Leistung nun durch den Gesamtsieg von Bezlnsp Wolfgang TSCHANN mit seinem Diensthund Dino von Amazzu. Dabei darf man nicht vergessen, daß alle Exekutivkörper mit gut 40 Teilnehmern zum Leistungsvergleich angetreten waren. Die vorzügliche Organisation durch die Diensthundestaffel der BPD Wien ließ keine Wünsche offen.

Auch der 5. Gesamtrang des Zoll-wachundesmeisters Günter ERNST zeigt deutlich, wo die Leistung zu Hause ist.

Im internationalen Vergleich

Es war bereits das 19. Internationale Diensthundeturnier, an dem sich die Vorarlberger Zollwache beteiligte - diesmal in Widnau in der Schweiz. So ein »Kräftemessen« wird als Mannschaftsbewerb ausgetragen. Jede Mannschaft besteht aus drei Startern, die jeweils in einem Bewerb zu starten haben. Bewertet wird hier nach der internationalen Prüfungsordnung der Exekutive WPO. Und wieder schlug Wolfgang TSCHANN zu: mit dem Maximum von 100 Punkten verwies er die deutsche und Schweizer Elite auf die Plätze. Am Start waren neben den DHF der Zollwache auch jene der Polizei, Grenzpolizei, des Bundesgrenzschutzes, des Deutschen Zolls, 2 Luftwaffensicherungsstaffeln sowie DHF der Stadtpolizei, Kantonspolizei und der Grenzwacht aus der Schweiz.

Major LATZER, damals stellvertretender Inspizierender der Vorarlberger Zollwache, fieberte mit »seinen Diensthundeführern« während der ganzen Veranstaltung mit. Sein stetiger Versuch, ihnen den nötigen Rückhalt zu geben, wurde deutlich bestätigt.

Seit 43 Jahren Kollegen im Fellkleid

Richard KÜHNE ermöglicht uns einen interessanten Einblick in das ZW-Diensthundewesen: Derzeit hat die Vorarlberger Zollwache 8 Diensthunde, von denen 4 als Suchtgiftspürhunde ausgebildet sind. Zuvor müssen aber auch sie eine Ausbildung zum Schutzhund absolvieren. Die ZW kann auf 43 Jahre Erfahrung bauen. So stellt man immer wieder fest, daß es große Ausfallquoten bei Jagdhunden gibt. Die Gründe liegen in ihrer Gesundheit oder Veranlagung. So werden seit 10 Jahren nur mehr Hunde gekauft, die mindestens 1 Jahr alt sind. Sie können nämlich intensiv auf ihre physische und psychische Verfassung getestet werden.

Die Grundausbildung erfolgt nach Vorbereitung der Junghunde und ihrer Führer durch den Referenten oder seinen Vertreter in den einzelnen Bundesländern, an der Zollwach- und Diensthundeabteilung in der Steiermark. Sie dauert zweimal 6 Wochen für einen Schutzbund. Ein Suchtgiftspürhund hat dann weitere 6 Wochen Kurs zu absolvieren. Hier unterscheidet man die Ausbildung »A« für Cannabisprodukte und »B« für Heroin und Kokain.

Uniformabzeichen für Diensthundeführer der Zollwache Einsatz im Hinterland

Die Diensthundeführer werden sodann überwiegend bei Mot-Abteilungen eingesetzt. Zu ihren Aufgaben gehört es, Hinterlandkontrollen durchzuführen und die grüne Grenze zu überwachen. Für etwa 10 Tage pro Monat unterstützen sie auch die Mobilen Einsatzgruppe (MEG), die sich vorrangig der Bekämpfung des Suchtgiftschmuggels an den Zollämtern widmen. Zusätzlich erfolgen Suchtgiftintensivkontrollen an den Zollämtern nach eigenem Ermessen und in Eigenverantwortung. Eine interessante und abwechslungsreiche Tätigkeit ist die Unterstützung der Gendarmerie-Kriminalabteilungen oder Gendarmerieposten, die in den letzten Jahren aber seltener geworden ist.

Hunde ohne Grenzen

Die Fortbildung der Diensthundeführer erfolgt durch den Referenten und seinen Stellvertreter. Mit Unterstützung der FLD für Vorarlberg konnte Richard KÜHNE, als er vor drei Jahren das Diensthundewesen von Werner Marent übernahm, die Lehrwarteausbildung mit Prüfung erfolgreich absolvieren.

Die Ausbildung dauerte 3 Wochen und war geprägt von faszinierenden Referaten durch Fachleute, die Weltruf haben. Doch auch der zuvor besuchte 14-Tage-Praxislehrgang brachte ihm und seinem Vertreter Tschann viel an Fachwissen und Einsicht in die Psyche der Hunde. Wichtig ist auch der ständige Kontakt zu anderen Behörden und Vereinen. Besondere Verbindungen bestehen zu Hundeführern der deutschen und Schweizer Polizei und des Zolls, aber auch zur Polizeihundeabteilung Wien. Ebenso das »Hineinschauen« bei Vereinen ist ein wichtiges Element der Weiterbildung. Die Privaten sind den Behörden meist gleichwertig und manchmal auch überlegen.

Für Schulungen im Ländle steht ein eigenes Heim zur Verfügung, das unter der Leitung von Werner Marent erbaut wurde und heute national und international unterstützt wird.

Wenngleich der Bevölkerung in erster Linie der Suchtgifthund bekannt ist, so erlangt seit der Öffnung der Ostgrenzen der Schutzhund immer mehr an Bedeutung. So manche Anhaltung und Festnahme im Grenzdienst wäre ohne seinen Einsatz kaum denkbar.

Zollwach-Hundeführer zu sein, ist zweifellos eine aufregende Aufgabe. Denn samt aller Ausbildung bleibt der Hund eben ein Tier, dem man Verständnis entgegenbringen muß, um durch seine Leistung belohnt zu werden. Der Hundeführer hat die erforderliche Kenntnis und kann auch dort noch was »herausholen«, wo es für den Laien undenkbar ist.

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