IPA-Stadt Wiener Neustadt

Ein Gespräch mit Bürgermeister Gustav Kraupa

Herr Bürgermeister, IPA-Stadt Wr. Neustadt, was heißt das eigentlich für Sie?

Es bedeutet für uns vor allem, daß wir der Polizei eine große Bedeutung zumessen. Ich glaube, es ist für jede Stadt eine große Auszeichnung, wenn die International Police Association sie zur IPA-Stadt erklärt, noch dazu da wir wissen, daß Wr. Neustadt weltweit die einzige Stadt mit diesem Status ist. Wir betrachten es als eine Auszeichnung und ich bin als Bürgermeister sehr stolz auf unseren Status.

Wr. Neustadt ist zweifellos eine bedeutende Stadt im südlichen Niederösterreich, für Touristen aber eher ein weißer Fleck auf der Landkarte. Hoffte Wr. Neustadt mit Hilfe der IPA etwas internationalen Flair in die eigenen Mauern zu bringen?

Die Bezeichnung weißer Fleck darf ich in Abrede stellen. Wr. Neustadt ist seit 1979 mit dem Prädikat »Fremdenverkehrsstadt« ausgezeichnet und sie ist »Europastadt«. Wir sind Schulstadt, Garnisonsstadt, Kulturstadt und wir sind auch die bedeutendste Einkaufsstadt geworden. Die wunderbare Lage Wr. Neustadts sorgte noch dazu, daß die Menschen Wr. Neustadt als regionalen Mittelpunkt angenommen haben.

Mit anderen Worten, Wr. Neustadt hat es nicht notwendig internationalen Flair über die IPA zu beschaffen?

Die Notwendigkeit, daß man sich verbessert und auch verbessern soll, schließe ich nicht aus. Ich behaupte daher, daß der IPA-Sitz Wr. Neustadt mithilft, dieses internationale Flair und den Fremdenverkehr zu fördern.

Hat eigentlich die Verbindung Wr. Neustadt - IPA auch Rückwirkungen auf das Verhältnis der Stadtverwaltung zur Polizei gezeigt?

Als Bürgermeister versucht man grundsätzlich einen guten Kontakt zu den Sicherheitskränen zu halten. Sicher hat die IPA mitgeholfen, daß dieser Kontakt in unserer Stadt dementsprechend herzlich ist und auch sehr wirksam zu Tragen kommt. Ich darf darauf hinweisen, daß Wr. Neustadt keine eigene Stadtpolizei, sondern eine Bundespolizei hat. Die Kontakte sind dorthin, vielleicht auch durch die IPA ausgezeichnet.

Wie kam es eigentlich zu der Verbindung Wr. Neustadt - IPA?

Die IPA hatte bereits 1961 bei uns ihre erste Kontaktstelle und entwickelte eine rege Tätigkeit. 1974 wurde, da Niederösterreich zu diesem Zeitpunkt noch keine Landeshauptstadt hatte, die Idee geboren, eine Stadt als IPA-Hauptstadt zu ernennen. Es bewarben sich zwei Städte, Wr. Neustadt und Krems. Daß man sich für Wr. Neustadt entschied ist es zu danken, daß wir nunmehr seit 1974 IPA-Stadt sind.

Welche praktische Auswirkung hatte bisher die Verbindung unserer Organisation mit Ihrer Stadt?

Auf Grund unseres Status hatten wir schon wesentliche Tagungen bei uns. Wr. Neustadt stand schon mehrmals im Mittelpunkt des IPA-Geschehens. Wir haben durch die IPA schon viele Freunde gewonnen. Das Freut uns umso mehr, als wir dadurch einen Beitrag zur friedvollen Entwicklung Europas leisten konnten.

Wir wissen nun etwas über die Vergangenheit. Sowohl Wr. Neustadt als auch die IPA blicken aber eher in die Zukunft. Hat Wr. Neustadt und die IPA auch etwas in Planung?

Im Jahre 1994 feiert Wr. Neustadt sein 800jähriges Gründungsjubiläum. Es trifft sich ausgezeichnet, daß 1994 auch das 20jährige Jubiläum IPA-Stadt Wr. Neustadt gefeiert wird. Es gibt zwar für dieses Ereignis noch keine detaillierte Planung, ich nehme aber doch an, daß die IPA eine entsprechende Veranstaltung macht. Auf jeden Fall würde ich mich freuen den Bundesvorstand begrüßen zu können.

Zum Abschluß eine Gewissensfrage. Würden Sie mit dem heutigen Wissenstand Wr. Neustadt noch einmal zur IPA-Stadt machen?

Diese Frage kann ich mit einem deutlichen »Ja« beantworten. Ich glaube, daß Wr. Neustadt in diesem Bereich auf jeden Fall noch an Bedeutung zunehmen wird. Es sind bei uns alle Wachekörper vertreten und demnächst wird auch das Gendarmerieeinsatzkommando nach Wr. Neustadt übersiedeln. Der gegenseitige Erfahrungsaustausch von Polizisten auf internationaler Ebene kann die Sicherheit nur fördern. Die Wr. Neustädter Bürger können aus dieser Verbindung nur profitieren.

Das Gespräch mit Bürgermeister Kraupa führten Richard Benda und Walter Gruber.

goto.gif (1435 Byte) ZURÜCK goto.gif (1435 Byte) BACK CHIP.gif (1417 Byte) 1998, 1999