| Operation
"Chavin de Huantar" - Befreiung der MRTA-Geiseln Von Javier Gamero Kinosita, Hptm. IPA Peru |
| "Entweder gibt die Regierung nach oder wir
sterben alle", war der Vorschlag der Terroristen, die die politische Stabilität von
Peru, die Sicherheit auf dem Kontinent und den Weltfrieden gefährdeten. Am 17. Dezember 1996 bekam die soziale und juristische Ordnung der Staatengemeinschaft Risse durch die Tat des MRTA (Movimiento Revolucionario TUPAC AMARU), eine Gruppe, die in ihrem politischen Programm den bewaffneten Kampf bevorzugt und die geführt durch den selbsternannten Kommandanten Nestor Cerpa Cartolini in die Botschaft der japanischen Regierung in Peru eindrang, im Moment als eine diplomatische Versammlung zu Ehren des Geburtstages des japanischen Kaisers stattfand. Sie nahmen die Gäste als Geiseln und verlangten die Befreiung der gefangenen Mitglieder ihrer terroristischen Organisation. Gescheiterte friedliche Lösung der Geiselkrise Im Mittelpunkt der direkten Gespräche zwischen den Terroristen und der peruanischen Regierung, vertreten durch den Erziehungsminister Ing. Domingo Palermo, stand die Lösung einer Ausreise der im Gefängnis einsitzenden Mitglieder des MRTA ins Ausland. Die Optionen waren Kuba und die Dominikanische Republik, um dort politisches Asyl zu genießen, das das Völkerrecht gewährt. Diese Lösung brachte eine Intervention einer Garantenkommission mit sich, deren Mitglieder der kanadische Botschafter in Peru, Anthony Vincent; der Vertreter des Internationalen Roten Kreuzes, Lic. Michel Minnig; der Vertreter des Heiligen Stuhls, Monsignore Juan Luis Cipriani und der Vertreter der japanischen Regierung, Terusuke Tereda waren. Der Vorschlag der Garantenkommission war der folgende: 1. Flugtickets nach Kuba und der Dominikanischen Republik 2. Geldüberweisung durch die japanische Regierung auf ein Bankkonto in einem Bankparadies, bestimmt zur Hilfe an die Familienmitglieder der im Gefängnis sitzenden Terroristen 3. Eine Verbesserung der Haftbedingungen der verurteilten MRTA-Mitglieder 4. Eine teilweise Entlassung aus dem Gefängnis von MRTA-Mitgliedern, die nicht wegen Delikten gegen Leib und Leben verurteilt wurden. Das Mißlingen einer friedlichen Lösung ist auf die Unnachgiebigkeit der MRTA-Mitglieder zurückzuführen, deren Antwort lautete ,,Befreiung oder Tod". Der Geheimdienst Angesichts eines Mißlingens der friedlichen Lösung wurde auch ein polizeiliches oder militärisches Eingreifen miteinbezogen, aus diesem Grund war es wichtig, auf minimale Information über das Innere der Residenz zählen zu können: - Anzahl der Terroristen - Verfügbare Waffen Gemütszustand eines jeden MRTA-Mitgliedes Verteilung der Geiseln innerhalb des Gebäudes - Zugang zum Gebäude Routine der Terroristen der geeignete Augenblick zur Intervention - Struktur im Inneren der Residenz (Anzahl der Räume, Türen, Wände, Fenster, Böden, Stromnetz, Wasser und Abwasser) - Kampfesbereitschaft der Terroristen; es wurde deshalb ein psychologische Profil jedes Terroristen erstellt. Diese Information zu erhalten war nur möglich mittels modernster elektronischer Technik des Geheimdienstes. Intervention durch die Sicherheitskräfte Die Operation ,,Chavin de Huantar" war die Strategie der peruanischen Regierung, ausgearbeitet durch hohe Offiziere des nationalen Verteidigungsrates und dem vereinigten Befriedungskommando, eine Organisation, die im Jahre 1992 durch den Staat gegründet wurde zur Bekämpfung des Terrorismus und um sich gegen die politische Gewalt in der peruanischen Gesellschaft zu wappnen. teil. Sie hatten sich schon am Vortag des Angriffes - Montag, 21. April 1997 - in 5 gemieteten Nachbarhäusern und in unterirdischen Tunnels installiert, Tunnels welche speziell dafür gebaut wurden, die Strategie der Vorinka-Kultur ,,Chavin de Huantar" nachahmend. Gemäß den skizzierten Plänen hätte die Intervention weniger als 15 Minuten dauern sollen. Das Problem der Tunnels war, daß sie sich in einer Tiefe von drei bis zu vier Metern befanden. Sie hatten lediglich eine Breite von eineinhalb bis zwei Metern, zwei davon hatten Verzweigungen, sie verfügten jedoch über Lüftung und Beleuchtung. Beim Bau der Tunnels gab es viele Schwierigkeiten wegen der elektrischen Leitungen, aus diesem Grund wurde während langer Zeit das Wasser und die Elektrizität in der näheren Umgebung der Residenz abgestellt. Die Operation ,,Chavin de Huantar" gründete sich auf die folgenden Prinzipien: Vorbereitung, Training, Überraschung, Verschwiegenheit, Schnelligkeit, Täuschungsmanöver nach dem Motto ,,Gib Minderwertigkeit vor und stimuliere seine Arroganz". Es wurde der Distrikt von San Isidoro, wo sich die Residenz des japanischen Botschafters befand, zum Notstandsgebiet erklärt, mit dem Ziel, die polizeilichen und militärischen Operationen zu erleichtern. Um 16.20 Uhr des 22. April 1997 sang ein Spezialkommando der Sicherheitskräfte begeistert die Nationalhymne. Sie hatten die 72 Geiseln nach 126 Tagen befreit. Damit wurde ein historisches Ereignis erfolgreich beendet. Bei der Erstürmung der Residenz starben zwei Armeeoffiziere, Oberst Juan Valer Sandoval und Hauptmann Raul Jimenez Cavez. Am Angriff, der 40 Minuten dauerte, nahmen 140 Offiziere der Streitkräfte teil. Sie hatten sich schon am Vortag des Angriffes - Montag, 21. April 1997 - in 5 gemieteten Nachbarhäusern und in unterirdischen Tunnels installiert, Tunnels welche speziell dafür gebaut wurden, die Strategie der Vorinka-Kultur ,,Chavin de Huantar" nachahmend. Gemäß den skizzierten Plänen hätte die Intervention weniger als 15 Minuten dauern sollen. Das Problem der Tunnels war, daß sie sich in einer Tiefe von drei bis zu vier Metern befanden. Sie hatten lediglich eine Breite von eineinhalb bis zwei Metern, zwei davon hatten Verzweigungen, sie verfügten jedoch über Lüftung und Beleuchtung. Beim Bau der Tunnels gab es viele Schwierigkeiten wegen der elektrischen Leitungen, aus diesem Grund wurde während langer Zeit das Wasser und die Elektrizität in der näheren Umgebung der Residenz abgestellt. Die Operation ,,Chavin de Huäntar" gründete sich auf die
folgenden Prinzipien: |