| KRIMINALITÄT IM
INTERNET von Richard Benda |
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| Die
Kriminalität ändert sich mit der Zeit und den
Bedingungen. Manche Delikte verschwinden, neue
unbekannte Spielarten kriminellen Handelns treten in
Erscheinung. Kriminalität via Internet ist einer dieser
neuen Bereiche. Mit der weltweiten Verbreitung des
Internets haben Kriminelle den Datenhighway als
Schlaraffenland entdeckt. Wie die Kriminalität im Internet abläuft, welche Delikte begangen werden und mit welchen Problemen die Polizei zu kämpfen hat, lesen Sie im nachstehenden Artikel Die
Zahl der Betrügereien über Internet stieg 1996 um über
300 Prozent, so lautete eine Information der
Internet Fraud Watch ( http://www.fraud.com ) die
Mitte 1997 über die Fernschreiber der
Nachrichtenagenturen ging. Diese Organisation hatte im
Auftrage der National Consumers League
(Konsumentschutzorganisation in den USA) das Internet auf
Oneline-Betrüger aller Art durchforstet und war auch
fündig geworden. Das Spektrum der kriminellen Geschäfte
die das Internet als Medium benützten reicht von
zweifelhaften Gewinnspielen über betrügerische
Kreditvermittlung bis zu scheinbar unverdächtigen Dingen
wie Reisebuchungen und Buchverkäufe.
In
den meisten Fällen versuchen Kriminelle, die via
Internet in einen Firmencomputer eingedrungen sind, ihr
Eindringen nicht erkennbar zu machen. Sie versuchen daher
meist nicht einen einzigen großen Coup zu starten,
sondern kassieren wenig, aber regelmäßig ab. Einer
dieser Trick ist die Rundungstechnik. Der Computer einer
Bank wird dahingehend verändert, dass Überweisungsbeträge von Zinsen um wenige Schilling,
Mark oder Dollar abgerundet werden. Der verbleibende Rest
wird auf ein eigenes, verdecktes Konto gutgeschrieben.
Die Geschädigten merken den fehlenden Groschenbetrag
nicht, aber durch die vielen Transaktionen kommt, wie man
von entdeckten Fällen weiß, eine ganz schön hohe
Summen zusammen.
eine
Aussage, die bis zu einem gewissen Grad bei vielen
Delikten richtig ist. Auch im Bereich der
Internetkriminalität ist der Leichtsinn nicht nur
sträflich, sondern auch teuer. So untersuchten
Spezialisten des amerikanischen Verteidigungsministeriums
ihre eigenen Rechner. Das niederschmetternde Ergebnis
war, dass es bei 88 % der Rechner gelang via Internet
einzudringen und den Master-Status zu
erreichen. Bei Banken scheint es noch leichter in den
Computer einzudringen. So wollte ein St. Petersburger
bei der Citibank 12 Milliarden Dollar
abzapfen, die er mit Hilfe von Mittelsmännern
verschieben wollte. Zum Glück wurde er entdeckt. Wie viele derartige Computerkriminelle nicht entdeckt
werden kann wohl niemand sagen.
Die
Polizei ist hilflos heißt auch hier wieder eine
Floskel um eigentlich die Ohnmacht des Staates gegen
gewisse Arten der Kriminalität zu bezeichnen. Was
nützen polizeiliche Ermittlungsmethoden, wenn die
Rechtsprechung nicht mitzieht. Im Falle der
Internetkriminalität kann man sogar von
gesetzesfreien Räumen sprechen. Die derzeitige
Gesetzeslage begünstigt eindeutig die Verbrecher im
Internet, denn das Netz ist international und die Gesetze
sind in allen Ländern eben nur national. Wenn wirklich
einmal ein Land härter vorgehen will, dann kommt es zu
einem Aufschrei. So beklagten sich 28 internationale Organisationen, allen voran Amnesty
international, daß die deutsche Regierung
Meinungen zensurieren will, nur weil Helmut Kohl &
Co. eine schärfere Gangart verlangten. Auch die
Wirtschaft sieht sofort ihre Freiheit beschränkt, wenn
die Polizei ein besseres Handwerkzeug verlangt. Man muß
sich damit abfinden, ohne internationale Gesetze ist der
Internetkriminalität nicht beizukommen. In
den USA hat das FBI im Vorjahr mit den meist
geschädigten Firmen Adobe (Bildbearbeitung), Microsoft
(Betriebssysteme und Software) und Sony (Videospiele)
eine gemeinsame Aktion mit den Namen Cyper
Strike gestartet. Fahndungsrot ist das Internet. In
Deutschland meint die Polizei, dass die
Computerkriminalität um 30 % gewachsen sei und
damit das Verbrechen mit der höchsten Steigerungsrate
sei. Quelle: Siline, BMfI, FBI, Fachliteratur. COMPUTERKRIMINALITÄT
IN DER STATISTIK
Quelle:
BMfJ WER VERFOLGT IN ÖSTERREICH DIE KRIMINALITÄT IM INTERNET ? Abteilung
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