Ausbildung für Suchtgiftspürhunde der Österreichischen Bundesgendarmerie

Ein Bericht von Franz Handler

Im April und Oktober 1997 fand der Ausbildungslehrgang für Suchtgiftspürhunde der österr. Bundesgendarmerie mit Standort Gurtis in Vorarlberg statt. Unter Leitung von KontrInsp Josef BERTSCH wurde ich zu beiden Teilen und BezInsp Meinrad KÖRBLER des GÜP-Weitersfeld zum zweiten Teil des Ausbildungslehrganges als Abrichter einberufen. Als Kursteilnehmer waren dabei:

RevInsp Klaus HUBER des GP-Suben, OÖ ,mit "Cindy"
SAGEDER Markus des GP-Golling, Salzburg mit "Erle vom Ritzensee"
BAUER Rupert des GP-Walserberg, Salzburg mit DH "Granto von der Steiermark"
MÜLLER Christian der Greko Graz-Thalerhof, Steiermark mit "Esta vom Koralmblick" REITERER Anton der Greko KLINGENBACH, Burgenland mit "Irk vom Hause Stadler"

 

In gewohnter Weise war von "Joe" auch "Mungo" genannt (KI Josef BERTSCH) alles bestens organisiert. Nach der Überprüfung des Ausbildungsstandes ging es los. Während im ersten Teil, wo ausschließlich auf Cannabisprodukten gearbeitet wird, erhöhtes Augenmerk auf eine korrekte Anzeige und das Dabeibleiben beim SG-Versteck geachtet wurde, ging es im zweiten Teil des Lehrganges mit den einsatzmäßigen Suchen los. Dabei kamen Amphetamin, Heroin und Kokain dazu.

Während des Ausbildungslehrganges im Oktober bekamen wir Besuch von Schweizer Kollegen der Kantonspolizei AARGAU unter Leitung von Koll. Roland ZWALD, welcher selbst Hundeführer ist und im Betäubungsmittelbereich arbeitet. Wir konnten die Schweizer davon überzeugen, daß der SGSH-Kurs 1997 ein sehr hohes Ausbildungsniveau hatte. Auch war es ein Leichtes, die Kollegen davon zu überzeugen. daß die "Direktmethode" ,mit der gearbeitet wird, sicher die richtige ist. "Joe" BERTSCH führte den Kollegen dann auch die "Kratzkiste" und die "Reißleine" vor, von denen sie sehr begeistert waren.

In der Prüfungswoche durften wir dann den Bundesausbildungsleiter des GZK, ChefInsp Otto KRIPPEL begrüßen. Dieser nahm die Unterordnungsprüfung der Kursteilnehmer ab. Dabei mußte man feststellen, daß selbst "alte Füchse" unter Prüfungsstreß leiden können, jedoch schlossen alle positiv ab.

Die Sucharbeiten fanden in einer Diskothek in Warth am Arlberg, in der Walgaukaserne und im freien Gelände in Frastanz statt. Dabei wurden sensationelle Zeiten der Lehrgangsteilnehmer mit ihren Hunden gestoppt. Der Lehrgangsteilnehmer hat pro Bewerb zehn Minuten Zeit fünf verschiedene Suchtgifte (Heroin, Kokain, Amphetamin und zweimal Cannabis) aufzustöbern. Aufgrund des hohen Ausbildungsstandes waren die Bewerbe jedoch zumeist schon mit der Hälfte der Zeit erledigt und zeigten die Hunde für jeden erkennbar einwandfrei die Suchtgifte an. Dazu darf angemerkt werden, daß sämtliche echten Suchtgifte für die Ausbildung zur Verfügung standen und von uns Abrichtern täglich neu verpackt und die Ummantelungen einsatzmäßig gewechselt wurden. Während des Lehrganges, wurden auch die gesetzlichen Bestimmungen der StPO, des SPG und des neuen Suchtmittelgesetzes sowie sämtliche einschlägige Vorschriften, wie die Gendarmeriediensthundevorschrift und auch Anatomie geschult. Auch diesbezüglich hatten sich die Lehrgangsteilnehmer einer Prüfung zu unterziehen, welche alle positiv schafften.

Den Lehrgangsteilnehmern kann man jetzt nur noch alles Gute und viele erfolgreiche Suchtgifteinsätze wünschen.

Josef BERTSCH ein Dankeschön für die hervorragende Organisation (er hatte für den Kurs in etwa fünfzig Objekte zur Verfügung, was den Vorteil hatte, daß man kein zweites Mal am gleichen Ort suchen mußte). Im Namen der Kursteilnehmer und der Ausbildner hoffen wir, daß Du den Ausbildungslehrgang für SGSH des GZK noch lange im "Ländle" durchführst. Und viel Glück mit Deinem belgischen "Mali".

  

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