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Russland: Die Polizeifachhochschule Smolensk |
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Falls Sie aus dem Westen kommend nach Moskau fahren, so geht Ihr Weg unbedingt auch durch Smolensk. Es lohnt sich hier aufzuhalten. Diese historische, altertümliche russische Stadt ist reich an historischen Denkmälern, Museen und vielen anderen Sehenswürdigkeiten. In dieser Stadt, in der malerischen Gegend am rechten Ufer des Dnepr liegt die Smolensker Filiale der juristischen Hochschule des Innenministeriums. Auf dem Gelände der Hochschule gibt es drei Lehrgebäude mit Übungs- und Seminarräumen, Computerklassen, Sporthallen, einer Aula und einer Kantine. Es gibt auch ein Fotolabor, zwei Bibliotheken, eine moderne Schießanlage und ein Stadion. Die Offizierschüler wohnen in einem der zwei Wohnheimen der Hochschule. Die Smolensker Filiale ist eine relativ junge Lehrstätte. Sie wurde 1994 gegründet. Die Hochschule bildet Fachleute mit der juristischen Hochschulbildung für Rechtsschutzorgane des Smolensker Gebiets, 15 anderer Regionen Russlands und der Republik Moldova aus. Die Hochschule verfügt über zwei Ausbildungsformen: das Direkt- und Ferbstudium. Je nach der zukünftigen Dienststelle gibt es an der Direktstudiumsabteilung folgende Fachrichtungen (Spezialisierungen): -Untersuchungsführer (5 Jahre Studienzeit mit dem Hochschuldiplom oder 2 Jahre Studienzeit mit dem Diplom der Fachschulausbildung), -Verwaltungsrechtliche Tätigkeit und operative Ermittlungstätigkeit (4 bis 6 Jahre Studiendauer). - Das Fernstudium gibt Möglichkeit, die juristische Hochschulbildung ohne Unterbrechung des Dienstes für 5,5 oder 3 Jahre (für diejenigen, die bereits die Milizschulen Russland: Die Polizeifachhochschule Smolensk absolviert haben) zu bekommen. Um das Direktstudium aufnehmen zu können, müssen die Bewerber (sowohl Männer als auch Frauen) vor allem eine Entsendung zum Studium aus den Organen für innere Angelegenheiten vorlegen, entsprechende Papiere vorbereiten, dann medizinische und beruflich-psychologische Untersuchung durchgehen und zum Schluss die Aufnahmeprüfungen erfolgreich bestehen. Die psychologische Auswahl zeigt sowohl den Intelligenzquotient, die berufliche Tauglichkeit der Studienbewerber, ihre Fähigkeit zur logischen Analyse als auch das gesamte Bildungsniveau und Standfestigkeit gegen die Einwirkung der Stressfaktoren. Die Bewerber mit einem zu niedrigem Stand werden zu den Aufnahmeprüfungen nicht zugelassen. Die Aufnahmeprüfungen werden entsprechend dem Programm der allgemeinbildenden Mittelschule durchgeführt. Je nach der Ausbildungsform legt man vier bis zwei Prüfungen ab. Das sind Sport, Geschichte Russlands (mündlich), Staatsbürgerkunde (mündlich), Russisch und russische Literatur (schriftlich). Die selben Aufnahmeprüfungen (außer Sport) gibt es für das Fernstudium. Studienbewerber, welche die nötige Punktezahl erreicht haben, werden an der Hochschule immatrikuliert. Den Vorrang bei der Aufnahme haben Mitarbeiter der Organe für innere Angelegenheiten, Militär außer Dienst und Waisen. An der Smolensker Filiale werden zur Zeit 1500 Offizierschüler und Hörer unterrichtet. Nach dem Studienplan studieren zukünftige Offiziere der Miliz sowohl allgemeinbildende Fächer wie Geschichte Russlands, Philosophie, Politologie, Ökonomie, Mathematik, Fremdsprachen, als auch Spezialdisziplinen wie Verwaltungsrecht und Verwaltungstätigkeit, Strafrecht, Strafprozess, Kriminalistik, operative Ermittlungstätigkeit, Zivilrecht, Verfassungsrecht, Völkerrecht und anderes. Neben dem theoretischen Studium absolviert man auch Praxis in den verschiedenen Einheiten der Organe für innere Angelegenheiten von Smolensk und Smolensker Gebiet. Außerdem werden die Offizierschüler oft zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung bei Großveranstaltungen (Demonstrationen, Sportwettkämpfe und anderes mehr) eingesetzt. Ein Arbeitstag Der Arbeitstag eines Offizierschülers beginnt um 9 Uhr morgens und dauert in der Regel bis 18.00. Auf dem Stundenplan stehen gewöhnlich 3 bis 4 Doppelstunden. Nachmittags besuchen die Offizierschüler Lesesäle in einer der zwei Bibliotheken, treiben Sport, versehen Dienst innerhalb der Hochschule, haben individuelle Konsultationen mit den Lektoren oder anderes. Das Studienjahr ist in zwei Semester eingeteilt. Am Ende jedes Semesters legt man Tests bzw. Zwischenprüfungen und Prüfungen ab. Was die Professoren und Dozenten unserer Hochschule angeht, so sind sie nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ gewachsen. An zehn Lehrstühlen arbeiten Doktoren der Wissenschaften, Professoren und Dozenten. Sie führen eine aktive wissenschaftliche Studienarbeit. Die Smolensker Filiale der juristischen Hochschule des Innenministeriums Russlands ist nicht nur eine Prestigelehrstätte, sondern auch ein wissenschaftliches Zentrum, wo praktisch-wissenschaftliche Konferenzen und Seminare, methodische Lehrberatungen regelmäßig stattfinden. Dozenten und Mitarbeiter der Hochschule nehmen an der Ausarbeitung der internationalen Wissenschaftsprogramme im Rahmen der EU aktiv teil, und die Offizierschüler waren schon mehrmals Sieger der wissenschaftlichen Hochschulwettbewerben. Das Studium an der Filiale fügt sich harmonisch in das Kultur- und Sportleben der Stadt und des Gebietes ein. Viele Offizierschüler machen in Laienkünstlerkollektiven aktiv mit, nehmen an Konzerten, Festspielen und Wettbewerben teil. Es ist schon fast eine gewohnte Sache, dass die Vertreter der Hochschule an den Leichtathletik-, Schach-, Schieß-, Tischtenniswettkämpfen teilnehmen und Sieger werden. An der Smolensker Hochschule wurde die Smolensker Region der IPA-Russische Sektion eingerichtet und sie wirkt schon seit 4 Jahren. Mit Hilfe der Association hat die Hochschule enge Verbindungen mit Rechtsanwendungsorganen Österreichs, Deutschlands, Belgiens, Englands und Ungarns geknüpft. Unsere Dozenten und Studenten haben schon öfters diese Länder besucht und sich mit den Arbeitserfahrungen der Kollegen im Ausland bekannt gemacht. Delegationen aus dem In- und Ausland ihrerseits besuchen ständig Smolensk und die Filiale. Diese Zusammenarbeit trägt einerseits zu beruflichen Erfahrungen und Wirksamkeit auf dem Gebiet der Verbrechensbekämpfung, zum Zusammenwirken und auch zur besseren gegenseitigen Verständigung bei. Es werden anderseits Kontakte mit Polizisten aus verschiedenen Ländern geknüpft. Acht Jahre ist kein hohes Alter für eine Lehrstätte. Es ist noch zu früh, über Verdienste zu sprechen. Man muss an die Zukunft denken, noch besser für die Zukunft arbeiten. Dr. Skomorochtchenko Natalie
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Russlands Polizei braucht Öffentlichkeitsarbeit Die russische Polizei muss nicht nur fachlich umlernen. Der Weg von einer autoritär zu einer demokratisch ausgerichteten Polizei ist nicht leicht, doch man bemüht sich offensichtlich. Ein Schritt in die richtige Richtung war ein vom 15.-16. Mai abgehaltenes Symposion in Smolensk. Unter dem etwas komplizierten Titel »Die Polizei des 3. Jahrtausends. Die Vervollkommnung der Ausbildung der Beamten des Inneren in Bezug auf die Öffentlichkeitsarbeit« hatte das Juristische Institut Russlands, die Polizeifachhochschule Smolensk, die russische IPA und die Stadt Smolensk, russische und ausländische Experten eingeladen. Die ausländischen Teilnehmer kamen aus Deutschland, England, Ukraine, Weißrussland, Moldawien und aus Österreich. Der österreichischen Delegation unter Präsident Otto Wünsch gehörten Generalsekretär Richard Benda und Landesgruppenobmann Herbert Stammer an. Der österreichische Vortragende Richard Benda referierte über die Öffentlichkeitsarbeit der Polizei in Österreich. Selbstverständlich wurde die österreichische IPA als Beispiel für erfolgreiche public relations, so der Fachausdruck, in den Vortrag eingearbeitet. Öffentlichkeitsarbeit ist vereinfacht gesagt das Werben um Wohlwollen, das zeigte Benda auch bei seinem Vortrag. Die Veranstalter und die rund 400 Teilnehmer nahmen mit Wohlwollen und Applaus zur Kenntnis, dass die ersten und letzten Sätze seines Referates in russischer Sprache gehalten wurden. Es zeigte sich überhaupt, dass Österreich in Russland große Sympathien und Ansehen genießt. Im Laufe des Symposions, das zum Teil im Smolensker Schauspielhaus und in der Polizeifachhochschule abgehalten wurde, konnten sich die Gäste auch vom Ausbildungsstand der Studenten überzeugen. Eine Besichtigung der Stadt Smolensk und ein Besuch der Gedenkstätte Katyn rundeten als touristisches Programm das Symposion ab. |
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