Löschen bevor es brennt.

In den USA haben vier Buchstaben einen Bekanntheitsgrad, der nach dem Roten Kreuz an zweiter Stelle liegt: D.A.R.E. Durg Abuse Resistance Education versteckt sich hinter dem Zauberwort, auf gut Deutsch „Ausbildung zum Widerstand gegen Drogenmissbrauch“.

D.A.R.E ist eine haupt- oder nebenberufliche Vereinigung von Polizisten, die es sich zum Ziel gesetzt haben Prävention an Kinder und Jugendliche heran zu tragen. Man beginnt im Kindergartenalter und endet bei der Matura. Hauptzielgruppe sind die Zwölf- bis Vierzehnjährigen. Was 1987 lokal in Kalifornien begann, funktioniert heute flächendeckend. 40.000 Polizisten sind in das Programm eingebunden. Erreicht werden 80 % der Schulen in den USA. Aber auch in 50 weiteren Staaten der Erde verbreitet D.A.R.E sein Erfolgsrezept.

Kinder stark machen gegen Drogenmissbrauch und Gewalt – dieses Ziel haben sich die Leute von D.A.R.E gesetzt. Wer Interesse hat, meldet sich bei einem nationalen Büro zur Ausbildung an. Sie dauert zwei Wochen. Gelehrt wird neben Rhetorik der Umgang mit jungen Menschen und das Aufklärungsprogramm der Organisation. Gefordert wird eine fundierte polizeiliche Erfahrung. Die Jugendlichen sollen dazu gebracht werden, keine Drogen nehmen zu wollen.

Unterricht in Uniform

Große Skepsis bei Pädagogen und Sozialberuflern löst immer wieder der Umstand aus, dass Polizeibeamte in Uniform an Schulen unterrichten. D.A.R.E hat sich die hohe berufliche Erfahrung zu Nutze gemacht und verfolgt eine konsequente Linie. Es gibt ausschließlich Unterricht in Uniform. Und das Konzept wirkt! Viele Kinder kennen Polizisten nur als ungeliebte Menschen, die ihre Familienangehörigen oder Nachbarn zurechtweisen, bestrafen oder verhaften. Das erste Mal im Leben stehen ihnen plötzlich Polizisten gegenüber, die auf sie eingehen, sympathisch sind und spannenden Unterrichtsstoff vermitteln. Das Sprichwort vom „Freund und Helfer“ beginnt Sinn zu machen. In 17 Unterrichtseinheiten werden nicht selten Kontakte für viele Jahre geknüpft.

Mehr als heiße Luft

Prävention ist schwer messbar. Das wissen wir alle leider zu gut. Und so mancher Polizeichef hat wenig dafür übrig, wenn seine Beamten lieber präventiv wirken, anstatt zu verfolgen und anzuzeigen. Eigenlob kann Kritiker kaum beeinflussen. Deshalb hat D.A.R.E bei unabhängigen Instituten Studien in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse sind verblüffend. In Schulen mit D.A.R.E Unterricht gab es um bis zu 75% weniger Drogenkonsum und Gewaltbereitschaft. 1987 lag die Zahl der Drogenkonsumenten in den USA bei 25 Mio, heute sind es 13 Mio. Welchen Anteil D.A.R.E daran hatte, kann man nicht genau sagen. Im Kampf gegen den Drogenkonsum ist die starke und finanzkräftige Lobby der Befürworter offenbar ein größeres Problem als in Europa. Aufklärung tut wirklich Not. D.A.R.E verfügt über ein Jahresbudget von 12 Mio US-Dollar. Weitere Finanzmittel entstehen durch den Verkauf von Kleidung und anderen Gebrauchsgegenständen mit dem D.A.R.E Logo. 

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