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Wer an China
denkt, dem fallen nicht nur 1,3 Milliarden fleißige Menschen ein. Er
denkt zwangsläufig auch an Menschenrechte. China öffnet sich zwar
wirtschaftlich nach außen, trotzdem ist es nach wie vor kommunistisch
regiert, und der einzelne Mensch zählt nur wenig. Seit 1959 ist Tibet
chinesische Provinz, besetzt, diktiert, unterdrückt. Wie soll sich der
rechtschaffene Tourist verhalten, der sich mit dieser Politik nicht
identifizieren kann? Könnte er durch sein Fernbleiben die Misere in Tibet
ändern. Bestimmt nicht wirklich. IPA-Mitglied
und Bergführer Hansjörg Pfaundler besuchte das Dach der Welt mit einer
kleinen Gruppe von Bergsteigern und sammelte Eindrücke. Er
akklimatisierte sich im Reich der Mitte, bevor er nach Lhasa aufbrach.
Berufsbedingt interessierte er sich für die chinesische Polizei.
Wenngleich China viele Jahre lang ein uniformiertes Land war – wir
erinnern uns alle an die grüne Einheitskleidung – ist die Uniform nicht
zur Normalität geworden. Militär- oder Polizeiangehörige in Uniform zu
fotografieren ist verboten oder zumindest unerwünscht. Sie flößen nach
wie vor Respekt ein, und die Staatsmacht ist allgegenwärtig. Da täuscht
auch die angenehm dunkelblaue Polizeiuniform, die es seit Oktober 2000
gibt, nicht drüber hinweg.
Kilometerstein 3800
von Peking: Das ist das Zentrum von Lhasa. Straßenschilder zeigen
chinesische Schriftzeichen. Tibetisch gibt es offiziell nicht, sogar
Folklore wird in chinesischer Sprache dargeboten. Trotzdem braucht auch
der Chinese ein Visum, wenn er nach Tibet reisen will; der Nichtchinese
braucht zwei, eines für China und eines für Tibet. Der
staatliche Begleiter ist Tibeter. Er gehört der Tibetean Mountaineering
Association an, einer staatlichen Organisation, die die
Touristenbewegungen kontrolliert. Er ist verantwortlich dafür, dass der
Tourist sich nur dort bewegt, wofür er die chinesische Erlaubnis und
bezahlt hat. Dafür, dass man begleitet wird, muss man natürlich extra
bezahlen. Der Weg führte die Bergsteiger ins Nyanchen Tanglha Tal, das bisher noch keine Touristen gesehen hatte. In einem kleinen Dorf fragten sie einen Bauern, ob er sie am nächsten Tag mit seinen Yaks zur Beförderung der Ausrüstung begleiten könnte. Der Bauer stimmte zu, unterbrach sofort seine Erntearbeiten und lud die Gruppe zum Essen und Übernachten ein. Es war wirklich Gastfreundschaft und nicht der Lockruf des Geldes, wie man meinen könnte.
Tibeter
sind ausgesprochen friedfertige Menschen. So ist es auch in ihrer Religion
verankert. Etwa der Metzger wird nur aus der Not heraus toleriert – man
braucht ihn halt. Zu töten widerstrebt den Tibetern. So bauen sie im
„Kampf“ gegen die Unterdrückung einfach auf Zeit. Chinesen sind die
große Höhe nicht gewöhnt und werden in der für sie ungewohnten
Umgebung krank. Vielleicht lernen sie daraus und verschwinden eines Tages,
wenn nicht in fünfzig Jahren, dann in hundert. Positiv
ist, dass die Tibeter anfangen einige der 6000 zerstörten Klöster wieder
aufzubauen. Die Chinesen scheinen es zu tolerieren. „Dach der Welt“
und „Reich der Mitte“ sind Superlative. Sie haben viel an Bedeutung
eingebüßt, werden aber wieder ihren verdienten Stand erlangen.
Land und Leute sind so beeindruckend, dass man sich wirklich nur
die Rückkehr des Friedens wünschen kann.
Ein
Polizist gibt Daten aus der Fahrprüfung, Teil der Führerscheinprüfung,
in den Computer ein. Die Verkehrsabteilung des Pekinger Büros für
öffentliche Sicherheit verwendet neuerdings dieses Überwachungssystem.
Das System soll Effizienz, Genauigkeit und Management verbessern. 1999 gab
es 1,44 Mio Fahrzeuge und 2,32 Mio Führerscheinbesitzer. 1989 waren es
noch 350.000 Fahrzeuge für 420.000 Berechtigte. Foto:
Lu Zhongqiu/China Daily Polizei schnappt zwei Verdächtige eines tödlichen Raubversuchs Vier Räuber hatten die Agrarbank in Changde ind der südchinesischen Provinz Hunan überfallen. Als die Polizei zur Bank kam, waren die Verdächtigen bereits geflüchtet. Die Kriminellen hatten sieben Menschen getötet, darunter auch drei Polizisten, und vier schwer verletzt. Geld erbeuteten sie keines. Die Menschen in der Umgebung des Tatorts starteten eine Hilfsaktion für die Hinterbliebenen: jeder Bankangestellte spendete spontan umgerechnet 60.—US$. Unbestätigten Meldungen zufolge konnte zwei Verbrecher verhaftet werden. Polizistenmörder zum Tode verurteilt Im
Juli stahlen drei Räuber einem Touristen ein Mobiltelefon. Auf der Flucht
erstach ein Täter einen Polizisten. Als der Verdächtige nach seiner
Verhaftung noch einen weiteren Mord gestand, wurde er prompt zum Tod
verurteilt. Polizeiimage
durch Übergriffe angeschlagen Im
nächsten Jahr sollen in Guangdong 1.200 unfähige Polizisten gefeuert
werden. Das entspricht etwa 1% der dortigen Sicherheitsexekutive. 5-10%
sollen ihre Ausbildung in einem zweimonatigen Training verbessern. Immer
wieder kommt es zu Polizeiübergriffen, 700-800 werden in der Provinz jährlich
angeklagt; 54 Polizisten wanderten in den letzten beiden Jahren ins Gefängnis.
Weitere 154 Polizisten wurden entlassen und 108 degradiert. Ursache der
Misere dürfte nach Polizeispitzen schlechte Gesetzeskenntnis und
Verstrickung in Kriminalität sein. Die Abteilungen für öffentliche
Sicherheit wollen mehr Transparenz in den Polizeiapparat bringen. (Zeitungsartikel übersetzt aus „China Daily“) Klaus
HERBERT |
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