Beruf: Exekutivbeamter - Hobby: Menschenrechte

"133" ist nicht nur die Notrufnummer der Polizei. Sie steht auch für Menschenrechte. Im Rahmen einer sogenannten Berufsgruppe von amnesty international (ai) setzen sich seit kurzem Exekutivbeamte und Beamtinnen aus Österreich in ihrer Freizeit für verfolgte ausländische Kollegen ein.

Amnesty International ist für viele Polizeibeamte ein Feindbild. Vielleicht verständlich, wenn Österreich immer wieder in einem Atemzug mit Diktaturen wie Pakistan, Syrien, China und anderen genannt wird. Amnesty wertet nicht, aber das ist eine andere Geschichte. Nicht alle Exekutivbeamten haben die gleiche Betrachtungsweise und ai als Gegner. Manche sehen in ihrem Wissen auch die Möglichkeit den Menschenrechten mehr Geltung zu verschaffen. So entstand bereits 1986 in den Niederlanden eine Exekutivgruppe von ai. Mittlerweile ist diese Gruppe auf 150 Mitglieder angewachsen. In Österreich kam der Startschuss im Februar 1998. Während der von ai- Österreich und dem Innenministerium veranstalteten „ Woche der Menschenrechte " kam es zu ersten Kontakten. Nun wurde die ai- Berufsgruppe "133 " aus der Taufe gehoben. Sprecher der Gruppe ist der St. Pöltener Gendarm Karl-Heinz Grundböck. Grundböck sieht Menschenrechte nicht nur als Einschränkung, sondern auch als Aufgabe in der Arbeit der Exekutive.

Der Philosophie von ai entsprechend arbeitet die österreichische Exekutivgruppe nicht im eigenen Land. Sie hat sich zweier Gefangener aus dem Polizeibereich angenommen. 

Elias Lutfallah Tanios heißt einer der Betreuten. Er ist libanesischer Polizeibeamter und wurde bereits 1992 verhaftet. Der Grund seiner Verhaftung ist unbekannt, es gibt keinen Haftbefehl, es wurde keine Anklage erhoben.

Radwan Shakib Ibrahim, ein pensionierter Polizeibeamter, wurde ebenfalls 1992 im Liba­non vom syrischen Geheimdienst verhaftet und nach Syrien überstellt. Bisher liegen keine Informationen vor, ob der Fall vor Gericht gebracht worden ist. Erst 1997 durfte ihn seine Familie besuchen.

Bereits im Artikel 2 ihrer Internationalen Statuten hat sich die IPA zur universellen Deklara­tion der Menschenrechte der UNO bekannt. Zahlreiche Memoranden haben gezeigt, dass die Einhaltung der Menschenrechte für die IPA als immer aktueller Aufgabenbereich anzusehen ist. Zuletzt hat sich die IPA 1995 bei ihrer Konferenz in Wien durch eine Resolution verpflichtet, sich für die Einhaltung der Menschenrechte und des Weltfriedens einzusetzen. Ein Poster in drei Sprachen hat diese Botschaft zu den Mitgliedern gebracht. Die Unterstützung von Aktivitäten zur Verbesserung der Menschenrechte gehört daher selbstverständlich zu unseren vornehmsten Aufgaben.

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