| Es ist ein alter Hut, daß
sich Menschen vor unliebsamen Beeinträchtigungen schützen wollen. Sie lassen sich lieber
gegen Infektionen impfen, als eine mühsame Heilung in Kauf zu nehmen. Die Kleinen werden
schon im Kindergartenalter über die Gefahren des Straßenverkehrs unterrichtet, denn es
ist besser vorzubeugen als gebrochene Knochen zu kurieren. Nur wenn es um Suchtmittel
geht, dann besteht immer noch die weitverbreitete Meinung, junge Menschen müssen Gefahren
erkunden, um sie verstehen und sich vor ihnen schützen zu können. Wo der Mensch ist, ist
die Sucht nach Glück, Gewinn, Erfolg und... Drogen. Sicher sagt ein chinesisches
Sprichwort "Du bist schon süchtig, bevor du die erste Pfeife rauchst" und meint
damit "der eine wirds, der andere nicht". Dennoch gibt es eine nicht zu
unterschätzende Gruppe von Labilen, denen man unter die Arme greifen sollte, bevor es zu
spät ist. Als Sicherheitsexekutive ist es
unser Job zu ermitteln, verfolgen und anzuzeigen. Prävention ist manchmal und dann nur
ganz am Rande angesiedelt. Wer einmal in die Mühlen der Kriminalität geraten ist, der
muß schon ganz schön rudern, um wieder herauszukommen. Und dann noch das Unverständnis
einiger Randgruppen: da geht es um die Freigabe von Cannabis als ob wir nicht mit
dem Alkohol schon genug am Hals hätten. Man spricht von kontrollierter Heroinfreigabe
eine Bankrotterklärung der Gesellschaft. Bestimmt gibt es den Punkt, an dem keine
Umkehr mehr möglich ist. Aber müssen wir labile Menschen bis zu diesem Punkt sinken
lassen? Strafe hin Therapie her, einhaken muß man, bevor es beginnt, eben wie beim
Impfen oder der Aufklärung über Gefahren im Straßenverkehr.
SUPRO
Werkstatt für Suchtprophylaxe
Präventionsbemühungen im Bereich Sucht und Drogen gab es in
Vorarlberg bereits zu Beginn der 90er Jahre. Die meisten Projekte jedoch waren im Bereich
der Sekundärprävention angesiedelt und oft eher drogenspezifisch, punktuell bzw. sehr
kurzfristig ausgerichtet. Es galt daher für das Land Vorarlberg strukturelle Grundlagen
für den Bereich der Primärprävention zu schaffen. Mit der Errichtung einer eigenen
Stelle sollte diese fehlende Infrastruktur für die Primärprävention und Allgemeine
Gesundheitsförderung, wie sie auch im Vorarlberger Drogenkonzept des Jahres 1991
festgesetzt ist, geschaffen werden.
Die Grundlagen und Ziele
Bei der primären Prävention steht die Förderung der
körperlichen, sozialen und seelischen Gesundheit des Einzelnen im Vordergrund. Ein
grundlegendes Ziel präventiven Handelns ist ein ausreichender Informations- und
Wissensstand der Bevölkerung zu den Themen Sucht und Suchtprophylaxe. Die Maßnahmen der
Prävention müssen ursachen- und kontextbezogen sein und am konkreten Alltagshandeln und
den Alltagsvorstellungen anknüpfen. Dazu zählen genauso Normen und Wertvorstellungen.
Weiters muß der soziale Zusammenhang miteinbezogen werden. Alle Maßnahmen sind letztlich
auf Eigenverantwortung und Selbstwert des Einzelnen ausgerichtet. Prävention beinhaltet
jedoch auch eine kollektive Verantwortung, in die besonders die politischen
Entscheidungsträger eingebunden werden müssen.
Die Zukunft
Neben neuen Ideen und Projekten in der Prävention gilt es die
bisherigen Aktivitäten kontinuierlich weiterzuführen. Kinder, Jugendliche und Erwachsene
müssen vermehrt in Präventionsbemühungen eingebunden werden, um diese als Anliegen der
Bevölkerung zu verankern. Die Verantwortung für das Gesundheitsbewußtsein liegt
letztlich bei jedem einzelnen Menschen. Die nötigen Hilfen und die Begleitung zur
Erlangung dieses gesunden, selbstverantwortlichen und von eigener Entscheidung geprägten
Bewußtseins möchten wir weiterhin anbieten und bereitstellen. SUPRO - Werkstatt für
Suchtprophylaxe wird auch hinkünftig diesen Weg beschreiten und ihren Beitrag im Sinne
der Allgemeinen Gesundheitsförderung und Suchtvorsorge dazu leisten.
Fortsetzung der Kampagne
"Kinder stark machen - stark statt süchtig"
Im Herbst 1995 startete "Kinder stark machen - stark statt
süchtig", eine Kampagne zur Suchtprophylaxe, initiiert vom Land Vorarlberg und SUPRO
und mit Unterstützung der Vorarlberger Nachrichten und des ORF. Ursprünglich war dieses
Projekt auf den Zeitraum eines Jahres begrenzt. Während dieser Zeit fanden etliche
Veranstaltungen und Vorträge zum Thema Suchtprophylaxe statt. Zahlreiche Projekte in
Kindergärten, Schulen und im Jugendbereich wurden durchgeführt, Informationsmaterialien
gestaltet und an die Bevölkerung verteilt. Durch alle diese Einzelmaßnahmen sowie durch
eine breit angelegte mediale Präsenz wurde eine Sensibilisierung der Bevölkerung für
das Thema Sucht und Suchtprophylaxe angestrebt und auch erreicht. Nachdem die Kampagne
offiziell beendet war, wurde festgestellt, daß etliche Bausteine weiter verwendet werden
sollten. Die Nachfrage in der Bevölkerung bestand weiterhin und die Maßnahmen, die im
Rahmen dieser Kampagne verwendet und entwickelt worden waren, zeigten sich als effektiv
und gut umsetzbar. Bei einem solchen Großprojekt wie es "Kinder stark machen"
war, konnte manches erst im Laufe der Projektentwicklung im Detail ausgeführt werden.
"Learning by doing" war eine der Erfahrungen für die Beteiligten an dieser
Kampagne. Die Erkenntnisse und Erfahrungen, die aus der Durchführung dieses Projektes
gewonnen werden konnten, sind von großem Wert. Es wurden neue Wege beschritten, die sich
bewährt haben und die sich lohnen, daß sie fortgesetzt werden. Aus diesen Erfahrungen
heraus wurde seitens der Vorarlberger Landesregierung beschlossen, die Kampagne
"Kinder stark machen - stark statt süchtig" ab 1999 weiter zu betreiben.
Verschiedene Bereiche (Sport, Familien, Wirtschaft, Gemeinden u.a.) sollen gezielt und
verstärkt in die Kampagne miteingebunden werden. In einer der nächsten Ausgaben des
SUPRO-Report wird die Fortsetzung von "Kinder stark machen - stark statt
süchtig" eingehend behandelt werden.
Besuchen Sie auch die Homepage: http://www2.vol.at/mariaebene/supro/welcome.htm
| Mit SUPRO erlebt man was es heißt zu lebenIm Frühjahr 1998 startete wiederum der
expression-Jugendkunstwettbewerb. Die Zahl von 278 Einsendungen von Texten, Bildern,
Skulpturen, Installationen und Musikbeiträgen zeigt das große Interesse für diese
Aktion. Allen TeilnehmerInnen an diesem Wettbewerb wurde die Möglichkeit geboten, am
expression-Kunstcamp 98 in der Mehrerau teilzunehmen. Durch die Unterstützung von
Vorarlberger Landesregierung, Stadt Bregenz, Bregenzer Festspiele, den Vorarlberger
Sparkassen und zahlreichen weiteren privaten Sponsoren wurde dieses Kunstcamp ermöglicht.
Am 10. August war es soweit: Nach intensiver Vorbereitung konnte der Betrieb am Camp
starten. Nach dem Eintreffen der Jugendlichen am Vormittag begannen nachmittags die
Workshops. Inhaltlicher Schwerpunkt der künstlerischen Arbeit war die Bearbeitung eines
Theaterstücks von Arno Geiger, einem jungen Vorarlberger Schriftsteller. Er hatte das
Stück "Der große Ausverkauf" eigens für diese Veranstaltung geschrieben.
Neben den Workshops, die sich mit der Umsetzung des Theaterstücks befaßten, gab es eine
eigene Radiostation, die neben Musikbeiträgen auch die aktuellsten News über das
Camp-Leben über den Äther sendete. Die Teilnehmer am expression - Kunstcamp waren in
Wohngruppen eingeteilt, die von je zwei BetreuerInnen begleitet wurden. Neben dem
Kennenlernen war auch soziales Lernen ein Schwerpunkt dieser Woche. In Spielen und
Gesprächsrunden wurde diesbezüglich mit den Gruppen gearbeitet.
Am Dienstag waren 20 Jugendliche aus Irland zu Gast
am Camp. Sie brachten die irische Küche, Kultur und Musik den Jugendlichen am Camp
näher, für alle ein beeindruckender Abend. Mittwoch war ein workshopfreier Tag, an dem
jedoch Programmpunkte angeboten wurden: Exkursion hinter die Bühne der Bregenzer
Festspiele, Internet-chatten bei der Jugendbank, Stadtbummel durch Bregenz.
Abends luden die Bregenzer Festspiele
zu einer Aufführung von Porgy & Bess, die von den Jugendlichen begeistert aufgenommen
wurde. Aber auch der Ethno-Abend blieb in der Erinnerung der TeilnehmerInnen. Am
Donnerstag war ein bunter Abend angesagt jede Gruppe plante einen eigenen
Programmpunkt, der dann mit viel Professionalität und Witz aufgeführt wurde. Am Freitag
war ein Blues- und Disco-Abend angesagt, wobei sich einige der Jugendlichen als wahre
"Traum-Tänzer" entpuppten. Am letzten Tag besuchten die Eltern der
teilnehmenden Jugendlichen das Camp. Nach dem gemeinsamen Mittagessen wurde das fertige
Produkt dieser Woche präsentiert. Voller Spannung und Aufregung waren alle
TeilnehmerInnen und deren Eltern im Speisesaal des Klosters Mehrerau versammelt und
verfolgten die szenische Aufführung von "Der große Ausverkauf". Tosender
Applaus nach einer beeindruckenden Aufführung war die Reaktion des Publikums. |
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