Die "Hans Schranz Story"
Auch Du kannst ein Leben retten

Am 22. August 1997, ich erinnere mich noch genau, erschien ChefInsp Kletus Schranz, der Bruder von BezInsp Hans Schranz (zu diesem Zeitpunkt Obmann der IPA VBST Bruck/M) bei mir in meiner Kanzlei und sagte mir: ,,Du, seit 17. Juni weiß ich, dass Hans an einer heimtückischen Form des Blutkrebses (chronisch myeloische Leukämie) erkrankt ist. Wir müssen auch über die IPA alles Menschenmögliche unternehmen, um recht viele Spender (für Knochenmark) zu finden."

Kletus Schranz hatte mich schon zuvor telefonisch informiert und mich auch dahingehend angesprochen, dass ich als Obmann der IPA Steiermark im ,,Hans-Schranz-Komitee" teilnehmen möge, was ich natürlich zusagte. Ich habe sofort an 11 Nationale IPA-Sektionen in Europa und Amerika geschrieben und auch ca. 50 bis 100 Plakate mit Aufrufen zur Knochenmarkspende in deutscher und englischer Sprache an jede Sektion mitgeschickt.

Auch der Internationale Generalsekretär Alan Carter in England und die IPA-Sektion Österreich wurden von mir sofort schriftlich und ausführlich informiert.

Kletus Schranz im Interview: ,,Viele Freunde und die nächsten Angehörigen haben sich sofort typisieren lassen. Und da kam gleich der erste Schock, da keiner der Angehörigen als Knochenmarkspender geeignet war. Der zweite Schock war, als wir von der Knochenmarkspendezentrale in Wien erfuhren, daß das von Hans benötigte Knochenmark sehr selten vorkommt und die Chance, einen geeigneten Spender zu finden, bei 1:5 Millionen liegen."

Doch die Familie Schranz ließ sich nicht entmutigen. Es wurde die gesamte Exekutive in Österreich informiert, die Bergrettung arbeitete mit, die IPA wurde mit ihren weltweiten Verbindungen tätig und Kletus Schranz schrieb ebenfalls weltweit 1620 ,,Schranz-Haushalte" persönlich an. In Österreich wurden durch viele Benefizveranstaltungen (34 insgesamt, wovon die meisten von der IPA organisiert wurden) Spendengelder in der Höhe von 4,5 Millionen Schilling gesammelt. Kletus Schranz dazu: ,,Dies war deswegen notwendig, da dem Bundesministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales für Knochenmarktypisierungen nur ein Budget von ca. 6 Millionen ÖS jährlich zur Verfügung steht. Dieser Betrag reicht aus, um in Österreich ca. 2.000 Spender typisieren zu lassen. Dieser Betrag ist jedoch für eine Großaktion viel zu wenig". Sehr erfreulich war, dass auch der Herr Bundesminister für Inneres, Mag. Karl Schlögl, am 11. Dezember 1997 in Wien ein Advent-Benefizkonzert zugunsten von Hans Schranz veranstaltete. Ich habe dabei dem Herrn BMI Hans Schranz und dessen Familie vorgestellt.

Das Ergebnis dieser ca. 1 Jahr dauernden Großaktion war, dass in Österreich ca. 15.500 Typisierungen (weltweit ca. 20.500) durchgeführt werden konnten und im Februar 1998 ein 24-jähriger Polizist aus Düsseldorf als geeigneter Knochmarkspender gefunden wurde. Von dieser Großaktion werden noch viele andere Leukämiekranke, die ebenfalls nur durch eine Knochenmarktransplantation geheilt werden können, profitieren.

Der sympathische Gendarm und IPA-Freund Hans Schranz heute: ,,Das alles war wirklich nicht sehr leicht für mich. Es hat mich zuerst wie ein Schlag aus heiterem Himmel getroffen. Aber die IPA-Freunde, meine Familie – im besonderen meine Moni, die Gendarmen und Bergretter haben mir den Mut gegeben, den ich dringend brauchte."

Am 25. April 1998 heiratete Hans Schranz seine Moni und die IPA Steiermark stellte sich mit einem riesigen Blumenstrauß als Gratulantin ein.

Dann kam die nervenaufreibende Zeit der Vorbereitung zur Operation. Langes Liegen in Sterilisation. Dann im Juni 1998 der Eingriff im LKH Graz. Schließlich, nachdem er schon nach Hause entlassen worden war, erkrankte Hans Schranz an einem gefährlichen Virus. Neuerlicher Krankenhausaufenthalt.

Hans Schranz dazu: ,,Das war eine schwere Zeit. Ohne die ständige Unterstützung durch meine Gattin und meinen Angehörigen hätte ich es nicht geschafft. In den vergangenen eineinhalb Jahren ist alles anders geworden. Diese Krankheit war nicht sinnlos für mich; ich habe viel gelernt. Und wenn ich es geschafft habe, so können es andere auch. Derzeit können in meinem Blut keine Leukämiezellen mehr entdeckt werden. Aber Hans Schranz, der seine Arbeit als dienstführender Beamter am GendPosten Bruck/Mur und als Sachbearbeiter für Alpinangelegenheiten beim BGK Bruck/Mur wieder aufgenommen hat, ist zuversichtlich u. a. auch durch die Mithilfe der IPA seine schlimme, lebensgefährliche Krankheit überwunden zu haben.

Josef Steiner

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